Ratgeber

Umstieg ins digitale Zeitalter: Analoge Satellitenabschaltung

Von Alexander Klement

Digitales Fernsehen bietet nicht nur mehr Programme, sondern liefert diese auch in einer höheren Qualität. Gepaart mit einem Flachbild-Gerät werden die Fernsehabende noch schöner. Doch vier bis sechs Millionen Menschen nutzen noch die analogen Signale. Der Umstieg sollte jetzt eingeleitet werden.

Der Countdown läuft
Der Countdown läuft(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Countdown läuft. In einem Jahr ist endgültig Schluss. Am 30. April 2012 endet die analoge TV-Ausstrahlung über Satellit. Einen ähnlichen Schnitt gab es bereits vor knapp sieben Jahren, als das analoge Antennen-Fernsehen abgeschaltet wurde. Die analogen Frequenzen werden gebraucht, um mehr Bandbreite für das digitale Satelliten-Fernsehen für eine größere Programmvielfalt und das qualitativ bessere HD-Fernsehen zur Verfügung stellen zu können.

Schätzungsweise vier bis sechs Millionen Menschen nutzen noch das analoge Satelliten-Signal. Damit die Mattscheibe am 1. Mai mehr als Ameisenkrieg zeigt, sollte die Umrüstung schon jetzt in Angriff genommen werden. Der 30. April 2012 ist der späteste Abschaltzeitpunkt für die Sender. Es ist also denkbar, dass einige Sender schon zuvor nicht mehr analog empfangbar sind.

Einfache Prüfung per Teletext

Wer nicht so genau weiß, ob er noch analog oder schon digital das Fernsehsignal empfängt, kann dies ganz einfach testen. Hierzu muss man lediglich den Fernseher und den Sat-Receiver einschalten und beispielsweise bei RTL die Teletext-Seite 198 aufrufen. Wenn dort der Hinweis auf die Abschaltung des analogen Satelliten-Signals erscheint, erfolgt der Empfang noch analog. Anderenfalls erscheint der Hinweis: "Sie empfangen bereits digital." Dann ist nichts weiter zu tun.

Erfolgt der Empfang noch analog, muss umgerüstet werden. Hierbei kann man Schritt für Schritt vorgehen, um herauszufinden, welche Komponenten ausgetauscht werden müssen. In einem ersten Schritt sollte man den Sat-Receiver austauschen. Wenn ohnehin die Anschaffung eines neuen TV-Geräts geplant ist, kann man darauf allerdings verzichten und beim Kauf des Fernsehers darauf achten, dass dieser über einen integrierten Sat-Receiver verfügt.

Geräte mit DVB-S und HD+

Soll nur der Sat-Receiver ausgetauscht werden, sollte man darauf achten, dass dieser auch hochauflösende HD-Sender empfangen kann. Es ist also ein "DVB-S"-Gerät mit dem Zusatz "HD" nötig. Will man sowohl die öffentlich-rechtlichen als auch die privaten Sender in dem hochauflösenden Fernsehstandard empfangen, muss es ein Receiver mit HD+ sein. DVB-S-Receiver der neusten Generation mit sind auch mit integrierten Festplatten und/oder einem Internetanschluss erhältlich. Damit sind zusätzliche Funktionen wie zeitversetztes Fernsehen, Programm-Aufnahme, Videos auf Abruf und vieles mehr möglich.

Egal, ob Sie sich für einen neuen Fernseher mit integriertem Sat-Receiver oder ein externes Empfangsgerät entschieden haben, können Sie diesen zum Testen an Ihre bestehende Satelliten-Anlage anschließen. Kabel- und Steckverbindungen sehen bei einer digitalen Anlage genauso aus wie bei der analogen. Nachdem Sie das Sat-Kabel angeschlossen haben, starten Sie den Sendersuchlauf. Hierbei sollten über 300 Programme gefunden werden. Ist das der Fall, ist die Umrüstung damit schon abgeschlossen.

Empfangen Sie nur wenige Programme, sind weitere Maßnahmen erforderlich. Der nächste Weg führt zur Satelliten-Schüssel. Die Schüssel selbst muss nicht ausgetauscht werden. Entscheidend ist der LNB (Low Noise Block Converter), der für die Umsetzung der Empfangssignale zuständig ist. Grundsätzlich gilt: LNB, die mehr als zwölf Jahre auf dem Buckel haben, sind wahrscheinlich nicht digitaltauglich. Die alten LNBs sind nur in der Lage, im so genannten Low-Band-Bereich zu übertragen. Digitale Programme werden aber überwiegend im High-Band-Bereich übertragen. Deshalb benötigt man einen sogenannten Universal-LNB. Beim Austausch sollte auch kontrolliert werden, dass die Sat-Schüssel korrekt auf Astra 19,2 Grad Ost ausgerichtet ist. Wer bisher ein gutes analoges Fernsehbild hatte, muss hier nichts verändern.

Alternativen

Helfen diese beiden Maßnahmen nicht weiter, sollte man einen Experten hinzuziehen. Dieser kann nachmessen, ob die verlegten Kabel für den digitalen Empfang geeignet sind und sonstige Fehlerquellen aufdecken.

Wer keinen Wert auf die hohe Anzahl und die Empfangsmöglichkeit von HD-Programmen legt, kann sich alternativ auch über den digitalen Antennenempfang (DVB-T) informieren. So stehen beispielsweise in Berlin und Brandenburg über 30 Programme terrestrisch zur Verfügung. Informationen über die Empfangsmöglichkeit in Ihrer Region stellt die Internetseite ueberallfernsehen.de zur Verfügung. Sollte man in einem Gebiet wohnen, das mit Kabel-Fernsehen versorgt ist, ist auch das eine Alternative.

Quelle: n-tv.de

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