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Der Annahmeverzugslohn richte sich grundsätzlich entweder nach der vertraglich vereinbarten oder der tatsächlich regelmäßig erbrachten Arbeitszeit. Foto: Roland Weihrauch
Der Annahmeverzugslohn richte sich grundsätzlich entweder nach der vertraglich vereinbarten oder der tatsächlich regelmäßig erbrachten Arbeitszeit. Foto: Roland Weihrauch(Foto: dpa)
Montag, 08. Mai 2017

Nach dem Rauswurf: Arbeitszeit bestimmt Höhe des Lohnausfalls

Wer eine fristlose Kündigung erhält, erscheint meist nicht mehr am Arbeitsplatz. Auch wenn er sich gerichtlich gegen die Entlassung wehrt. War die Kündigung nicht rechtmäßig, kann ihm noch Lohn zustehen. Wie dieser berechnet wird, zeigt ein Urteil aus Rostock.

Gewinnt ein Mitarbeiter einen Kündigungsschutzprozess, hat er im Nachhinein Anspruch auf seinen Lohn ab dem Zeitpunkt der Kündigung. Doch wie wird dieser berechnet?

Ist die wöchentliche Arbeitszeit im Arbeitsvertrag nicht geregelt, bemisst sich die Höhe des Lohns nach den sonst geleisteten Arbeitsstunden. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rostock (Az.: 3 Sa 12/16).

In dem verhandelten Fall arbeitete ein Mann von August bis Dezember als Servicekraft in einem Hotel. Der Arbeitsvertrag sah eine Sechs-Tage-Woche mit einem Stundenlohn von 8,50 Euro vor. Die Arbeitszeit war nicht näher geregelt. Für September wurden dem Mitarbeiter schriftlich zwar 227 Arbeitsstunden bestätigt, abgerechnet wurden jedoch nur 160 Stunden. Im November kündigte der Arbeitgeber fristlos. Das Arbeitsgericht stellte dann aber fest, dass das Arbeitsverhältnis bis Ende Dezember bestand. Es ging dann unter anderem um die Ermittlung des Annahmeverzugslohns - also des Lohns, der dem Mann ab der Kündigung eigentlich zustand.

Der gefeuerte Arbeitnehmer hatte in zwei Instanzen Erfolg. Demnach müsse der Arbeitgeber für den September weitere 67 Stunden zahlen. Für den November habe ein Einsatzplan mit 192 Stunden vorgelegen. Der Annahmeverzugslohn richte sich grundsätzlich entweder nach der vertraglich vereinbarten oder der tatsächlich regelmäßig erbrachten Arbeitszeit. Da im Arbeitsvertrag die Arbeitszeit nicht geregelt war, musste als Vergleichszeitraum die Zeit von August bis Mitte November herangezogen werden. In diesem Zeitraum habe der Kläger in Vollzeit gearbeitet. Daher müsse man von acht Stunden täglich an insgesamt sechs Wochentagen ausgehen. Danach bemesse sich sein Anspruch für den Dezember, urteilte das LAG.

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Quelle: n-tv.de

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