Freitag, 01. Februar 2008
Niedriglohnjobs: Auch Hochqualifizierte betroffen
Längst nicht nur Menschen mit geringer beruflicher Qualifikation arbeiten in Niedriglohnjobs. Rund drei Viertel aller Niedriglohnbeschäftigten hatten im2006 eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss. Das teilt das Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen mit.
Dies zeige, dass Niedriglöhne den Kern der Beschäftigung erreicht haben. Von einem Niedriglohn wird gesprochen, wenn der Bruttostundenlohn unterhalb von zwei Dritteln des durchschnittlichen Stundenlohns liegt. Im Westdeutschland lag diese Schwelle im Jahr 2006 bei 9,61 Euro, in Ostdeutschland bei 6,81 Euro.
Im Durchschnitt verdienten die Niedriglohnbeschäftigten in Westdeutschland 7,12 Euro pro Stunde brutto, in Ostdeutschland 5,43 Euro. Von 1995 bis 2006 ist der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten laut dem IAQ um rund 43 Prozent auf 6,5 Millionen Menschen gestiegen. Das seien 22 Prozent aller abhängig Beschäftigten. Für Niedriglöhne arbeiteten vor allem Frauen (30,5 Prozent), Beschäftigte unter 25 Jahren (56,3 Prozent) und Ausländer (38,9 Prozent). Unter den 25- bis 34-Jährigen lag der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten bei 25,1 Prozent. Inzwischen habe Deutschland im Vergleich zu Dänemark, Frankreich und den Niederlanden den höchsten Niedriglohnanteil.
Innerhalb des Niedriglohnsektors ist der Anteil der Vollzeitbeschäftigten von knapp 58 Prozent im Jahr 1995 auf rund 46 Prozent im Jahr 2006 gesunken. 54 Prozent Niedriglohnbeschäftigten arbeiteten in Teilzeit oder einem Minijob.
Nach Angaben des IAQ hat sich die Struktur der Beschäftigung in Deutschland insgesamt verändert: Immer mehr Menschen arbeiten in Minijobs. Der Anteil dieser Beschäftigungsform sei von 2,6 auf 7,1 Prozent gestiegen und habe sich damit fast verdreifacht, was "nicht nur durch die starke Zunahme der Zahl der Minijobs, sondern auch durch einen deutlichen Rückgang der Vollzeitbeschäftigten bedingt ist", so das IAQ.
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