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Defizite bei Anlageberatung: Banken räumen Fehler ein

Das Beratungsgespräche für die Geldanlage oft nicht im Sinne des Kunden verlaufen, ist ein offenes Geheimnis. Politik und Verbraucherschützer fordern deshalb deutliche qualitative Verbesserungen und mehr Transparenz von den Geldinstituten. Der Bundesverband deutscher Banken räumt nun Fehler ein - wohl auch um mehr Aufsicht zu entgehen.

Bisher ist nichts Nachhaltiges in Sachen Anlegerschutz passiert
Bisher ist nichts Nachhaltiges in Sachen Anlegerschutz passiert(Foto: picture alliance / dpa)

Die Banken haben Defizite bei der Anlageberatung eingeräumt, lehnen die Einführung eines "Finanzmarktwächters" aber weiter ab. "Ich will gar nicht abstreiten, dass bei den Beratungsgesprächen manchmal etwas schief läuft", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer, der "Frankfurter Rundschau". Die Regel sei das aber nicht. Auch bei den Informationsblättern für Finanzprodukte räumte er Schwierigkeiten ein: "Sie sind ein noch relativ neues Instrument und da dauert es seine Zeit, bis alles optimal läuft."

Banken und Sparkassen hatten nach Kritik an den "Beipackzetteln" angekündigt, die Informationsblätter zu überarbeiten, um die Anleger besser zu informieren.

Die von Verbraucherschützern ins Spiel gebrachte Funktion eines "Finanzmarktwächters" lehnte Kemmer ab. "Ich halte das für keine gute Idee. Die Verbraucherschützer spielen eine wichtige Rolle, sind aber auch Lobbyisten, und damit als unabhängige, objektive Finanzmarktwächter eine Fehlbesetzung."

Ende März hatte es im Bundestags-Verbraucherausschuss eine öffentliche Experten-Anhörung gegeben, inwiefern die Funktion eines "Finanzmarktwächters" sinnvoll wäre. Ob sich der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit seinem Vorschlag durchsetzen kann, scheint aber fraglich.

Momentan zeichne sich wenig Bewegung bei dem Thema ab, sagte Dorothea Mohn, vzbv-Finanzexpertin auf Anfrage. "Bisher ist nichts Nachhaltiges in Sachen Anlegerschutz passiert", kritisierte sie. Notwendig seien wirksame Strukturen zum Schutz der Verbraucherinteressen beim Abschluss von Finanzprodukten.

Die schwarz-gelbe Koalition will den Verbraucherschutz bei Finanzprodukten stärken, in dem sie die Stiftung Warentest von 2013 an mit 1,5 Millionen Euro mehr ausstattet. Derzeit erhält sie 3,5 Millionen Euro im Jahr vom Bundesverbraucherministerium. Die Stiftung Warentest will die zusätzlichen Mittel zum Ausbau ihrer angestammten Geldanlage-Bewertungen nutzen. Ein Schwerpunkt soll dabei ein, die Umsetzung der "Beipackzettel" zu untersuchen.

Quelle: n-tv.de

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