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Dienstzimmer mal anders: Beamtin fordert dynamischen Arbeitsplatz

Es stimmt schon: Die meisten Dienstzimmer von Beamten sehen eher trist aus. Das findet auch eine Universitätsmitarbeiterin und hübscht ihr Büro kurzerhand mit Sofa und Laufband auf. Das wiederum sorgt für Streit mit ihrem Boss.

Dienstanweisungen müssen befolgt werden. Diese Erfahrung musste auch eine leitende Beamtin der Universität Trier machen und sich der zwangsweisen Entfernung eines Sofas und eines Laufbandes aus ihrem Arbeitszimmer beugen.

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In dem verhandelten Fall wurde der Präsident der Universität darüber informiert, dass eine leitende Beamtin in ihrem Dienstzimmer ein privates Laufband hatte aufstellen lassen. Daraufhin wies er die Frau auf die Unzulässigkeit dieser Maßnahme hin. Die Mitarbeiterin teilte mit, bei dem Laufband handele es sich nicht um ein Sportgerät, sondern um die Teilkomponente eines sogenannten "dynamischen Arbeitsplatzes". Doch diese Argumentation verfing nicht bei ihrem Vorgesetzten. Er forderte die Frau auf, das Laufband und das ebenfalls im Dienstzimmer befindliche Sofa zu entfernen. Nachdem sich die Mitarbeiterin widersetzte, führte die Universität eine zwangsweise Durchsetzung dieser Dienstanweisung durch. In der Folge wurden das Laufband und das Sofa entfernt und in einem Lagerraum zwischengelagert. Dagegen klagte die Beamtin.

Ohne Erfolg. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Trier (Az.:1 K 3238/15.TR) ist die Maßnahme der Universität verhältnismäßig. So habe diese zuvor darauf hingewiesen, dass das Vorhandensein von Sportgeräten und Ruhemöbeln in einem Dienstzimmer der Wahrnehmung der Dienstleistungspflicht und der Pflicht zum vollen persönlichen Einsatz für den Beruf entgegenstehen könnte.

Zudem bestehen laut Gericht erhebliche Zweifel an der medizinischen Notwendigkeit und therapeutischen Eignung der Gegenstände zur Erhaltung der Dienstfähigkeit. Vor allem, da die Frau erst im Rahmen der erhobenen Klage entsprechende Atteste vorlegte. Aber selbst wenn von der Notwendigkeit und therapeutischen Eignung der Gegenstände ausgegangen werden könnte, sei es der Beamtin nicht erlaubt, ohne Information ihres Dienstherrn eigenmächtig Maßnahmen zur körperlichen Ertüchtigung zu ergreifen. Dies gilt insbesondere dann, wenn dieser, wie im verhandelten Fall, ein eigenes Angebot für körperlich beeinträchtigte Bedienstete zur Verfügung stellt und dieses von der betroffenen Person nicht wahrgenommen werde.

Quelle: n-tv.de

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