Ratgeber

Privatpolicen deutlich teurer : Beitragsschock bei der Krankenversicherung

Von Axel Witte

Es wird teuer für privat Krankenversicherte. Die DKV erhöht ihre Beiträge drastisch. Bis zu 130 Euro mehr müssen Kunden nun berappen - pro Monat. Andere Versicherer werden folgen. Was können Versicherte tun?

Gut, dass es bis zur Rente noch ein bisschen hin ist - denn dann ist ein Wechsel in die GKV nicht mehr möglich.
Gut, dass es bis zur Rente noch ein bisschen hin ist - denn dann ist ein Wechsel in die GKV nicht mehr möglich.(Foto: imago/McPHOTO)

Ein Brief von der privaten Krankenversicherung DKV lässt die Kunden derzeit in Schnappatmung verfallen. 7,8 Prozent mehr Beitrag verlangt der Versicherer von seinen Mitgliedern. Auf bis zu knapp 130 Euro im Monat beläuft sich die Beitragserhöhung - bei über 65-Jährigen ist der Anstieg auf 79,90 Euro beschränkt.

Experten aus Politik und Verbraucherschutz sehen darin eine Zeitenwende für die Versicherer und ihre Kunden. Auch andere private Krankenkassen werden über kurz oder lang die Beiträge deutlich erhöhen müssen. Die Gründe dafür sind vielfältig. So haben die Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten, neue Kunden zu gewinnen. Nicht zuletzt deshalb, weil das System und die Tragfähigkeit der privaten Krankenversicherung zunehmend infrage gestellt wird. Denn die älteren Versicherten werden immer zahlreicher, was die Häufigkeit und damit die Kosten für die medizinische Behandlungen in die Höhe treibt. Hierfür bilden die Versicherer Rücklagen. Doch in der lang anhaltenden Niedrigzinsphase fällt es ihnen zunehmend schwerer, die nötigen Zinseinnahmen zu erwirtschaften. Die Folge: Beitragserhöhungen - massiv.

Auch wenn der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) noch abwiegelt und grundsätzlich die vom Gesetzgeber unflexible Systematik bei der Beitragsberechnung für den Anstieg verantwortlich macht, sind die zunehmend steigenden Beiträge für nicht wenige der neun Millionen Privatversicherten in Deutschland ein Problem.

Ist für sie ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenkasse möglich?

Grundsätzlich ja. Zumindest für Angestellte, die weniger als 56.250 Euro (Jahresarbeitsentgeltgrenze) verdienen. Wer mehr verdient, kann die Arbeitszeit verringern, ein Sabbatical einlegen oder, wenn der Bruttolohn nur wenig über der genannten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, auch in die betriebliche Altersvorsoge einzahlen. Auch Arbeitslosigkeit ermöglicht die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Für Selbstständige ist dies indes deutlich schwieriger. Ist dafür doch die Beendigung der unternehmerischen Tätigkeit erforderlich. Dann kann sich derjenige gegebenenfalls beim Ehepartner familienversichern lassen. Oder aber arbeitslos melden. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte ein Wechsel ins Angestelltenverhältnis überdacht werden.

Allerdings ist dieser Wechsel nur möglich, wenn der Versicherte unter 55 Jahre alt ist. Ältere können nur noch dann wechseln, wenn er oder sie in den letzten fünf Jahren wenigstens einen Tag lang gesetzlich krankenversichert waren. Für Rentner gibt es hingegen keinen Weg mehr zurück in die GKV.  

Früher war ein Wechsel von der PKV zur GKV deutlich einfacher. Was zur Folge hatte, dass vor allem Ältere, nachdem sie jahrzehntelang die Vorteile der privaten Krankenversicherung in Anspruch genommen hatten, mit höherem Alter und deutlich steigeneden Beiträgen, scharenweise in die gesetzliche Krankenkasse gewechselt sind.

Der Gesetzgeber hat derartigen Auswüchsen an fragwürdigem Sozialverhalten einen Riegel vorgeschoben. Und so bleibt für in der PKV Gestrandete nur die Möglichkeit innerhalb ihres Versicherers in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Am meisten lässt sich sparen, wenn Versicherte in den Basistarif der PKV wechseln. Dieser bietet gesetzlich vorgeschrieben das gleiche Leistungsniveau wie die gesetzliche Krankenversicherung. Hierdurch lassen sich gegenüber sehr teuer gewordenen Tarife etliche hundert Euro pro Monat sparen.   

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen