Ratgeber

Liquidität auf Zypern: Besser mit viel Bargeld anreisen

Fast zwei Wochen lang bekamen Einheimische und Urlauber auf Zypern nur noch am Automaten Geld. Wenn die Banken wieder öffnen, rechnet die Regierung mit Chaos. Urlauber sollten deshalb besser mit viel Bargeld im Gepäck anreisen.

Weltuntergangsstimmung müssen Urlauber in Zypern nicht befürchten - höchstens ein bisschen Bargeldknappheit.
Weltuntergangsstimmung müssen Urlauber in Zypern nicht befürchten - höchstens ein bisschen Bargeldknappheit.(Foto: dpa-tmn)

Die Zyprer sitzen, was Bargeld angeht, auf dem Trockenen. Wenn die Banken nach fast zwei Wochen das erste Mal wieder öffnen, kann ein Run auf die Geldinistitute erwartet werden. Das Auswärtige Amt in Berlin erwartet lange Warteschlangen und rät Urlaubern, mehr Bargeld mit in den Urlaub zu nehmen, als ursprünglich geplant - einerseits, um nicht ewig anstehen zu müssen, andererseits, weil sie mit Cash-Zahlung vielerorts derzeit weiter kommen als mit EC- oder Kreditkarten.

Bargeld gibt es schon jetzt nur noch in kleinen Rationen: Geldautomaten geben seit Sonntag je nach Bank nur noch maximal 100 bis 120 Euro heraus. Vor den Automaten bilden sich schon seit Beginn der Zwangspause für die Banken lange Schlangen. Wartezeiten von einer Stunde sind in diesen Tagen nicht ungewöhnlich.

Auch wenn es technisch noch möglich ist, in Geschäften, Tankstellen oder Supermärkten mit der Kreditkarte zu bezahlen, bitten Geschäftsleute an der Kasse häufig um Zahlung mit Bargeld, weil sie Liquiditätsprobleme haben. Ein Schuhverkäufer in der Hauptstadt Nikosia begründete seine Bitte um Bargeldzahlung in der vergangenen Woche damit, dass die Zyprer wegen der geschlossenen Banken kaum mehr Geld auf den Girokonten hätten.

Sonst geben Reiseveranstalter, Auswärtiges Amt und Beobachter vor Ort aber Entwarnung: Große Einschränkungen müssen Urlauber nicht befürchten. Von Engpässen bei Lebensmitteln, Medikamenten oder Benzin war auf der Insel bislang nichts zu spüren.

Keine Sorge vor Anfeindungen

"Es ist besser, stehend zu sterben, als kniend zu leben." Sprüche wie diesen trugen die Zyprer in den vergangenen Tagen bei Demonstrationen auf Plakaten vor sich her. Auf die deutsche Bundeskanzlerin sind sie nicht gut zu sprechen. Vor Anfeindungen müssen sich Bürger der Bundesrepublik aber nicht sorgen. Touristen sind jedoch gut beraten, keine politischen oder wirtschaftlichen Diskussionen mit Einheimischen zu führen oder mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten.

Die großen deutschen Reiseveranstalter sehen die Situation in Zypern gelassen. Es gebe bislang keine Einschränkungen oder Probleme für Urlauber, so das einhellige Echo bei der Tui, der Rewe Touristik und Thomas Cook/Neckermann. Für diese Einschätzung gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist derzeit in Zypern noch Nebensaison. "Das Geschäft geht eigentlich erst nach Ostern richtig los", so Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV). Die Luft erreicht derzeit Höchstwerte von 20 Grad, das Wasser kommt auf höchstens 18 Grad. "Hochsaison auf Zypern ist der Sommer", so Zeuch. So sind derzeit auch lediglich rund 250 Tui-Gäste auf Zypern.

Zum anderen sind die meisten Gäste der großen Reiseveranstalter Pauschalurlauber. Das heißt, sie werden vom Flughafen zum Hotel gebracht - mögliche Benzinknappheit ist für sie dann kein Problem. Viele haben All-inclusive oder Vollpension gebucht - sie geben also vor Ort kaum Geld aus, das meiste ist bereits im Vorfeld bezahlt. Für Individualreisende ist es dagegen ratsam, auch den Rückflug schon von Deutschland aus zu buchen.

Ohnehin ist Zypern kein besonders wichtiges Ziel für die deutschen Reiseveranstalter. Rund 150.000 Deutsche kommen jährlich auf die Mittelmeerinsel. Im Vergleich: Nach Mallorca reisten 2012 rund 3,45 Millionen Bundesbürger.

Quelle: n-tv.de

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