Ratgeber

Auch außerhalb des Straßenverkehrs: Betrunkener riskiert Führerschein

Nach Trunkenheitsfahrten ist der Führerschein weg, das gilt fürs Auto und eingeschränkt auch fürs Fahrrad. Doch auch, wer sich außerhalb des Straßenverkehrs im Vollrausch danebenbenimmt, riskiert seine Fahrerlaubnis, wie ein aktuelles Urteil zeigt.

Wer mit drei Promille im Blut noch randalieren kann, dürfte einiges gewöhnt sein.
Wer mit drei Promille im Blut noch randalieren kann, dürfte einiges gewöhnt sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Wer hemmungslos dem Alkohol frönt, riskiert seinen Führerschein. Und das auch dann, wenn er gar nicht Auto fährt. Das Verwaltungsgericht Mainz hat klargestellt, dass auch eine Alkoholauffälligkeit außerhalb des Straßenverkehrs zum Verlust der Fahrerlaubnis führen kann.

Der stark betrunkene Kläger wurde festgenommen, nachdem er auf einem Fest randaliert hatte. Eine Blutprobe ergab eine Blutalkoholkonzentration von drei Promille. Der Mann wurde dann von Rettungskräften zunächst in ein Krankenhaus und später in eine Fachklinik verbracht, wo er wegen seines aggressiven Verhaltens von der Polizei bewacht werden musste. Mit der Ausnüchterung war die Sache nicht abgeschlossen: Um zu klären, ob der Führerscheinbesitzer aufgrund seines Alkoholmissbrauchs überhaupt fahrtauglich ist, forderte die Fahrerlaubnisbehörde ein medizinisch-psychologisches Gutachten an. Das allerdings brachte der Mann nicht bei, woraufhin ihm die Behörde mir sofortiger Wirkung den Führerschein entzog.

Zu stark an Alkohol gewöhnt

Zu Recht, wie das Verwaltungsgericht befand. Der Kläger hatte schließlich nichts unternommen, den Verdacht des Alkoholmissbrauchs zu entkräften. Es sei nicht sicher, ob der Fahrerlaubnisinhaber hinreichend das Führen von Kraftfahrzeugen vom Alkoholkonsum trennen könne. Insofern genüge auch eine Alkoholauffälligkeit außerhalb des Straßenverkehrs, wenn sie Anlass für die Annahme biete, der Betreffende werde sich voraussichtlich schon in überschaubarer Zukunft auch nach dem Genuss von Alkohol ans Steuer setzen.

Nach wissenschaftlicher Erkenntnis gehörten Personen, die 1,6 Promille und mehr erreichten, zu den überdurchschnittlich alkoholgewöhnten Kraftfahrern mit regelmäßig dauerhaft ausgeprägter Alkoholproblematik. Dass der Mann an größere Mengen Alkohol gewöhnt sei, werde auch dadurch bestätigt, dass er trotz der drei Promille noch aggressiv aufgetreten sei. Da er zudem auf die Benutzung eines privaten Fahrzeugs angewiesen sei, um zur Arbeit zu kommen, müsse man befürchten, dass er künftig unter Alkoholeinfluss ein Kraftfahrzeug führen werde. Damit sei die Anforderung des medizinisch-psychologischen Gutachtens gerechtfertigt – und bei Nichtvorlage eben der Entzug der Fahrerlaubnis.

Quelle: n-tv.de

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