Ratgeber

Von "sehr gut" bis "mangelhaft": Bio ist nicht immer besser

Bioprodukte sind schmackhafter und meistens auch gesünder als konventionelle Ware - oder? Nicht unbedingt, sagt die Stiftung Warentest, die jetzt Bilanz aus acht Jahren Lebensmitteltests gezogen hat. Dennoch empfiehlt sie, Bio zu kaufen, wenn auch aus anderen Gründen.

Klischees über schrumplige Äpfel und Mini-Möhren sind längst überholt.
Klischees über schrumplige Äpfel und Mini-Möhren sind längst überholt.(Foto: picture alliance / dpa)

Bioprodukte sind grundsätzlich weder gesünder noch schmackhafter als konventionelle Lebensmittel. Das ist die Bilanz der Stiftung Warentest aus 85 Untersuchungen in den vergangenen acht Jahren. In ausgewogenem Maße erhielten sowohl herkömmliche als auch Biolebensmittel die Qualitätssiegel "sehr gut" bis "mangelhaft". Im Schnitt war die Biokost 30 bis 50 Prozent teurer als die Konkurrenz. Sie enthielt aber nur selten Pestizide und die Hersteller engagierten sich stärker für die Umwelt oder soziale Projekte.

Die Warentester untersuchten insgesamt 249 biologische und 1007 konventionelle Lebensmittel unter anderem auf Schadstoffe, Keime, Geruch, Geschmack, aber auch auf die Nachhaltigkeit der Produktion. Auch wenn insgesamt nur knapp vier Prozent der Lebensmittel im Handel das Biosiegel tragen, sind sie in einigen speziellen Segmenten stärker vertreten.

Pestizide bleiben draußen

Was die Schadstoffe betrifft, hatten biologisches Obst, Gemüse und Tee deutlich die Nase vorn: In drei von vier Produkten wurden seit 2002 keine Pestizide mehr gefunden. So sauber waren nur 16 Prozent der herkömmlichen Waren. In einigen Bereichen glänzte Bio eindeutig: Den Stempel "Gut" erhielten sechs von sieben getesteten Bio-Vollmilchsorten, aber nur knapp die Hälfte der herkömmlichen Frischmilch-Anbieter. Auch die Bio-Würzöle, mit denen beispielsweise Salate verfeinert werden, schnitten im Gegensatz zur Konkurrenz durchweg "gut" ab.

Doch nicht überall überzeugte Bio mit Qualität: So waren zwar die 13 getesteten Babymenüs allesamt keimfrei, enthielten aber nicht genug Vitamin C und Fett. Gleich sieben Rapsöl-Sorten fielen in der Wertung durch, weil sie vom Geschmack her "mangelhaft", also eher ungenießbar waren.

Kein Etikettenschwindel

Auch wenn die Bilanz insgesamt ernüchternd ausfiel, deutete sich für die Warentester immerhin kaum Zweifel daran an, dass dort, wo Bio draufsteht, auch drin ist, was das Ökosiegel vorschreibt: In keinem Bioprodukt wurden chemische Pflanzenschutzmittel nachgewiesen. Laborprüfungen zufolge wurden die Kühe ökogerecht mit viel Gras gefüttert und das Räucherlachsfleisch nicht rosa nachgefärbt.

Auch können sich Käufer zumeist darauf verlassen, dass der Bio-Aufpreis einen guten Zweck erfüllt: Die Warentests ergaben, dass Bioanbieter soziale und ökonomische Verantwortung übernehmen. So zeigten sich beispielsweise sechs von sieben Biokaffee-Anbietern "engagiert" bis "stark engagiert" und gaben den Preisaufschlag an die Kaffeepflücker weiter.

Quelle: n-tv.de

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