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(Foto: imago stock&people)
Dienstag, 16. Mai 2017

Nomen est omen: Darf Mann sich in James Bond umbenennen?

Seinen Namen kann man sich nicht aussuchen? Doch, doch, das geht. Manchmal zumindest. Nämlich dann, wenn wichtige Gründe vorliegen. Darüber, ob es der Name einer berühmten Romanfigur sein darf, hat ein Gericht zu entscheiden.

Nicht jedem passt sein Name. Der eine oder andere würde ihn deshalb gerne loswerden. Doch nach geltendem Recht darf ein Vor- oder Familienname nur dann geändert werden, wenn ein wichtiger Grund die Änderung rechtfertigt. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn die Mehrheit den Namen mit anstößigen Gedanken verbindet oder der Name lächerlich klingt oder er zu entsprechenden Wortspielen verleitet. Aber auch ein Name, der sich nur schwer schreiben oder aussprechen lässt, kann eine Namensänderung rechtfertigen. 

Grundsätzlich stehen Vor- und Familienname nicht zur freien Disposition des Namensträgers. Ob die für den Einzelnen relevanten Gründe auch "wichtige Gründe" im Sinne des Namensänderungsgesetzes darstellen, sollte besser vorab mit dem zuständigen Standesamt geklärt werden. 

Ansonsten landet der Wunsch nach einem anderen Namen auch gerne mal vor Gericht. Zum Beispiel vor dem Verwaltungsgericht (VG) Koblenz, welches sich jüngst mit der Klage eines Mannes befassen musste, der seinen Namen wegen familiärer Probleme in James Bond ändert wollte. Überraschenderweise hatte die Gemeinde den Wunsch des Klägers zuvor abgelehnt.  

Und dies, obwohl sich der Mann auch mit einer Kombination des Wunschnamens mit seinem Vornamen zufriedengegeben hätte. Zudem hatten mehrere ihn behandelnde Ärzte die Namensänderung befürwortet.

Kein Geheimagent, dafür Geld gespart

Nicht so das VG Koblenz, welches die Klage abwies. Demnach konnte der Kläger nicht nachvollziehbar darlegen, inwieweit die familiären Konflikte mit einem anderen Namen beigelegt werden könnten. Zudem handele es sich bei James Bond um einen Namen aus Film und Literatur. Auch in Kombination mit dem Vornamen des Klägers würde dieser Name stets mit der von Ian Fleming erfundenen Figur des britischen Geheimagenten in Verbindung gebracht werden. Angesichts dessen könne die Namensänderung unabhängig davon, ob diese aus medizinischer Sicht indiziert wäre, nicht gewährt werden.

So sind dem Kläger aber immerhin die Kosten für das Namensänderungsverfahren erspart geblieben. Denn für die Änderung des Familiennamens können sich diese auf von 2,50 Euro bis hin zu 1022 Euro pro Person belaufen. Bei Änderung des Vornamens werden Kosten in Höhe von bis zu 255 Euro fällig. Hinzu kommen noch die Aufwendungen für die notwendige Änderung verschiedener Dokumente wie Ausweise und Führerschein.

Nicht bekannt ist, wie der derzeitige Name des Mannes lautet.   

Quelle: n-tv.de

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