Ratgeber
Die Briefmarke dient als Nachweis dafür, dass die Kosten für die Beförderung bezahlt wurden.
Die Briefmarke dient als Nachweis dafür, dass die Kosten für die Beförderung bezahlt wurden.(Foto: dpa)
Montag, 05. Juni 2017

Ab die Post: Darf die Marke noch mal aufgeklebt werden?

Die Portogebühren steigen kontinuierlich und stellen für viele Verbraucher ein Ärgernis dar. Umso schöner also, wenn eine Briefmarke trotz Beförderung der Post nicht abgestempelt wurde. Denn die Marke kann man dann doch noch mal verwenden, oder?

177 Jahre ist es her, da wurde in Großbritannien die erste klebende Marke für die Briefbeförderung verwendet. Bei Sammlern ist die "One Penny Black" denn auch das am meisten gesuchte Stück. 

Lange ist das her. Derzeit müssen Verbraucher in Deutschland 0,45 Euro für die Beförderung einer Postkarte und 0,70 Euro für einen Standardbrief der Deutschen Post bezahlen. Das ärgert viele Kunden. Da kann es auch nicht trösten, dass heute dank modernerer Kommunikationsmöglichkeiten an anderer Stelle gespart werden kann und auch wird.

Stempelmaschinen machen Fehler

Umso größer ist dann auch die Freude bei dem einen oder anderen, wenn sich Post im Briefkasten findet, bei der die Marke nicht gestempelt und damit nicht entwertet wurde. Bei rund zwei Milliarden Briefsendungen pro Jahr kommt dies schon mal vor, dass die Stempelmaschine einen Fehler macht und ein Poststück auslässt. Die entsprechende Marke kann man doch dann sicherlich noch einmal verwenden, oder?

Die Antwort ist so knapp wie eindeutig und lautet: Nein, eine bereits verwendete Briefmarke darf nicht noch einmal auf einen anderen Brief geklebt werden. Egal, ob die Marke gestempelt oder durch eine entsprechende handschriftliche Markierung als verwendet gekennzeichnet wurde oder nicht.

Grundsätzlich dient eine Briefmarke als Nachweis darüber, dass die Kosten für die Beförderung bezahlt wurden. Wird eine bereits genutzte Marke also erneut auf die Post geklebt, ist das strenggenommen Betrug - ungeachtet dessen, ob man der Briefmarke dies ansieht. Wer einen vorhandenen Stempel entfernt, macht sich sogar der Wertzeichenfälschung strafbar. Zumindest in ersterem Fall dürfte ein Nachweis durch das Postunternehmen allerdings schwierig sein, was ehrliche Verbraucher aber dennoch nicht daran hindern sollte, eine bereits verwendete Briefmarke nicht nochmal zu benutzen.

Dies gilt im Übrigen selbst dann, wenn die Briefmarke noch gar nicht zum Transport genutzt, sondern einfach nur schon auf ein Poststück geklebt wurde, welches dann aber gar nicht verschickt wird. Diese Briefmarken gelten dann nämlich nach offiziellem Sprachgebrauch der Deutschen Post als "verdorben". Wer die Marke also ausschneidet und neu aufklebt, bekommt den Brief oder die Karte dann meist postwendend mit dem Hinweis zurück: "Bei dieser Sendung wurden leider ungültige beziehungsweise bereits verwendete (ausgeschnittene) Postwertzeichen benutzt."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen