Ratgeber

Erst Party, dann Maloche: Darf man mit Restalkohol arbeiten?

Von Axel Witte

Die tollen Tage sind vorbei - doch manch einer lässt es auch sonst unterhalb der Woche krachen. Am nächsten Morgen stellt sich oft nicht nur die Frage nach der eigenen Identität, sondern auch, ob man mit etlichen Restpromille überhaupt bei der Arbeit erscheinen kann.

(Foto: imago/Westend61)

Zumindest in einigen Regionen Deutschlands dürfte derzeit ein Kater das vorherrschende Lebensgefühl sein. Dieser ist nicht selten mit einem erheblichen Restalkoholpegel verbunden. Grund genug also, der Arbeit fernzubleiben?

Zu den Kopfschmerzen gesellt sich auch noch die ernüchterne Antwort: Nein, in der Regel nicht. Wer feiern kann, kann auch arbeiten. Denn grundsätzlich herrscht kein generelles Alkoholverbot am Arbeitsplatz. Dieses muss gegebenenfalls ausdrücklich vom Arbeitgeber via Betriebsvereinbarung ausgesprochen werden. Steht dort nichts, ist sowohl Alkohol als auch eben Restalkohol erlaubt. Allerdings darf die Arbeitsleistung durch den Rausch nicht beeinträchtigt werden.

Dennoch ist es in den meisten Unternehmen unüblich, mit einem Bier am Schreibtisch zu sitzen, während der Gerstensaft zum Essen in der Kantine meist in Ordnung geht. Genau wie das Glas Sekt bei Geburtstagsfeiern im Büro. Dennoch sollte es auch hier tunlichst unterlassen werden, über die Stränge zu schlagen und womöglich Kollegen oder Kolleginnen unangemessen nahe zu kommen - dies gilt übrigens auch für den Mitarbeiter mit ordentlich Restalkoholreserven.

Bei einigen Berufsgruppen herrscht hingegen striktes Alkoholverbot - ob frisch draufgeschüttet oder als Restbestand. Dazu gehören beispielsweise Berufskraftfahrer, Piloten und Menschen, die gefährliche Maschinen bedienen müssen. Diese müssen auch ihren Vorabendkonsum im Griff haben. Wem dies nicht gelingt, dem droht eine Abmahnung. Kommt es zu einem Unfall, kann der Zecher haftbar gemacht werden. Auch strafrechtliche Folgen und Bußgelder sind möglich.

Selbstverständlich kann ein schwerer Kater auch zur Arbeitsunfähigkeit führen - mit einer Krankschreibung als Konsequenz. Neben dem Unmut der Kollegen muss aber damit gerechnet werden, dass der Chef theoretisch das Gehalt um den Tag der Ernüchterung kürzen kann, da die Ursache der Nichtarbeitsfähigkeit selbst herbeigeführt wurde.

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Quelle: n-tv.de

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