Ratgeber
Mittwoch, 27. April 2016

Arbeitnehmer in der Pflicht: Darf man während der Arbeit zum Arzt?

Auch wenn der Arztbesuch während der Arbeitszeit gang und gäbe ist - erlaubt ist er eigentlich nur in Ausnahmen. Wer Ärger vermeiden möchte, sollte diese kennen. Und vor allem seinen Chef vorab informieren.

Grundsätzlich wird zwischen einem berechtigten und einem unberechtigten Arztbesuch unterschieden.
Grundsätzlich wird zwischen einem berechtigten und einem unberechtigten Arztbesuch unterschieden.(Foto: imago/McPHOTO)

Arztbesuche zählen zu den Privatangelegenheiten eines Arbeitnehmers. Und alle privaten Betätigungen haben während der Arbeitszeit - die Pause ist hier auszunehmen - zu unterbleiben. Deshalb ist der Arztbesuch während der Arbeitszeit eigentlich auch nur im Ausnahmefall gestattet. 

So zum Beispiel bei einer akuten Erkrankung. Liegt eine solche nicht vor, muss der Arbeitnehmer in zumutbarer Weise versuchen, den Arztbesuch in seiner Freizeit zu erledigen. Dazu gehört auch, sich bei mehreren Ärzten um einen Termin zu bemühen.

Doch insbesondere bei Facharztterminen gelingt dies nicht immer. Auch dann darf der Arbeitnehmer innerhalb der Arbeitszeit einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt für Untersuchungen, die nur zu einer bestimmten Zeit stattfinden - beispielsweise die Blutuntersuchung am Morgen. Der Mitarbeiter hat dann gegenüber seinem Arbeitgeber einen sogenannten Freistellungsanspruch. Hierbei ist es egal, ob der Arzttermin wegen einer Krankheit oder als Vorsorgetermin wahrgenommen werden soll.

Grundsätzlich wird so zwischen einem berechtigten und einem unberechtigten Arztbesuch unterschieden. Bei Ersterem ist das Fernbleiben von der Arbeit entschuldigt. Die so versäumte Arbeitszeit muss nicht nachgearbeitet werden. Allerdings hat der Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber eine Informationspflicht. Das heißt, der Mitarbeiter muss seinen Chef über den Grund und die Dauer seiner Abwesenheit im Vorfeld informieren. Falls dies gefordert wird, muss der Arbeitnehmer den Arztbesuch durch eine Bescheinigung belegen. 

Wer allerdings unberechtigt zum Arzt geht, begeht eine Pflichtverletzung und verstößt gegen den Arbeitsvertrag. Der Arbeitnehmer kann bereits bei einem einmaligen Vorfall abgemahnt werden. Schlimmstenfalls droht eine verhaltensbedingte Kündigung.

Entsprechend dieser Regelungen dürfen Arbeitnehmer auch ihre Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zum Arzt begleiten.  

Um etwaigen Probleme mit dem Arbeitgeber aus dem Weg zu gehen, sollte der Arbeitnehmer im Vorfeld genau kommunizieren, weshalb der Arzttermin nur während der Arbeitszeit stattfinden kann.

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Quelle: n-tv.de

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