Ratgeber
Wer im Urlaub nicht ständig den Börsenteil der Zeitung lesen will, sollte sein Depot urlaubsfest machen. Verlustbremsen lassen sich relativ einfach einbauen.
Wer im Urlaub nicht ständig den Börsenteil der Zeitung lesen will, sollte sein Depot urlaubsfest machen. Verlustbremsen lassen sich relativ einfach einbauen.
Donnerstag, 29. Juni 2017

Sicherung gegen Kursstürze: Das Depot für den Urlaub wappnen

Ob am Meer oder in den Bergen: Im Urlaub denken die wenigsten Menschen an ihre Geldanlagen. Doch in unruhigen Börsenzeiten sollten sich Anleger gegen allzu heftige Kurseinbrüche wappnen. Mit einfachen Mitteln lässt sich das Depot absichern.

Urlaub kann so schön sein: wolkenloser Himmel, weißer Strand und türkisblaues Wasser. Wer denkt unter solchen Umständen schon an sein Depot? Doch das kann ein Fehler sein, denn die Kurse an der Börse können stark schwanken. Wer seinen Urlaub nicht in Internet-Cafés oder der Hotellobby vor dem Computer verbringen will, sollte sein Depot urlaubsfest machen.

Der bevorstehende Urlaub kann ein guter Anlass sein, das Depot einmal grundsätzlich zu überprüfen. Anleger sollten sich Fragen stellen wie: Stimmt die Anlagestrategie noch? Ist das Depot breitgestreut über verschiedene Branchen? Passen die einzelnen Aktien noch zur Risikoneigung? Wie sind die einzelnen Werte gelaufen? 

Dabei sollten nicht nur risikoreiche Papiere aussortiert werden. Auch Aktien, die in der Vergangenheit gut abgeschnitten haben, könnten Verkaufskandidaten sein. "Gewinne mitnehmen macht niemanden arm", sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Düsseldorf. Möglicherweise könne man die Werte nach der Rückkehr aus dem Urlaub sogar billiger wieder nachkaufen, weil die Kurse inzwischen gesunken sind.

Passen die Produkte noch?

Doch nicht nur Aktien sollten Anleger in den Blick nehmen. So kann man bei einem Depotcheck auch einen Blick auf seine anderen Anlagen, etwa Fonds, werfen, empfiehlt die Stiftung Warentest in Berlin. Auch hier sollte die Frage beantwortet werden: Passen die Produkte noch? Wer etwa in bestimmte Länder oder Branchen investiert habe, sollte überlegen, ob er an dieser Strategie weiter festhalten will.

Wichtig ist aber vor allem, alle kurzfristigen Anlagen zu überprüfen. Zeitlich befristete Anlagen wie Optionen oder Zertifikate sollten nicht während der Abwesenheit auslaufen. In diesem Fall ist es besser, die Papiere entweder zu verkaufen oder die Laufzeit zu verlängern.

Um sich vor größeren Kursverlusten während der Abwesenheit zu schützen, sollten Anleger aus Sicht der Experten bei ihren Aktien Limits setzen. "Mit einer Stop-Loss-Order können Sie festlegen, ab welchem Preis das Papier verkauft werden soll", erklärt Jürgen Kurz. "Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass Sie nicht den kompletten Absturz mitmachen."

Einen pauschalen Tipp, wo die Verlustbremse eingebaut werden soll, gibt es allerdings nicht. Anleger müssen sich bei jeder einzelnen Aktie überlegen, zu welchen Preis sie gekauft wurde und wie viel Verlust Sie verkraften. Zudem ist es wichtig zu prüfen, wie stark ein einzelnes Papier schwankt. Bei sehr volatilen Titeln sollte das Limit nicht zu eng gesetzt werden.

Keine Sorgen bei langem Anlagehorizont

Umgekehrt könnten vor dem Antritt in den Urlaub für interessante Aktien auch limitierte Kauforders abgegeben werden, sogenannte Stop-Buy-Orders. Das bedeutet, dass automatisch Aktien gekauft werden, sobald der Kurs einen bestimmten Wert überschreitet. Auf diese Weise kann der Anleger sicher sein, bei einem unerwarteten Kursanstieg mit dabei zu sein, weil er beizeiten gekauft hat.

Die Limitorder sind nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts beschränkt gültig. Nach Ablauf der Frist muss der Limitierungsauftrag erneuert werden. Der Anleger muss daher darauf achten, dass das Limit bis zum Ende seines Urlaubs gültig ist. Die Banken erheben in der Regel eine besondere Limitgebühr.

Langfristig orientierte Anleger sollten sich im Urlaub nicht allzu große Sorgen machen. Bei einem Anlagehorizont von fünf bis zehn Jahren sollte ein Urlaub von drei bis vier Wochen eigentlich nichts ausmachen.

Quelle: n-tv.de

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