Ratgeber

Alkohol, Kostüm & Krankschreibung: Das geht an Karneval bei der Arbeit

Für Faschings-Verrückte beginnt in wenigen Tagen wieder die tolle Zeit. Doch kann ein echter Jecke seine Begeisterung auch während der Arbeit ausleben? Noch dazu mit Alkohol? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet.

Der Alkoholkonsum sollte so gering sein, dass die Leistungsfähigkeit im Job nicht beeinträchtigt wird.
Der Alkoholkonsum sollte so gering sein, dass die Leistungsfähigkeit im Job nicht beeinträchtigt wird.(Foto: imago/Westend61)

Der Karneval steht bevor - und mancher Mitarbeiter hat nun Fragen, wie närrisch er am Arbeitsplatz sein darf. Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Berlin, klärt Jecken auf:

Umzug in den Medien verfolgen

Wer Karnevalsumzüge während der Arbeitszeit im Fernsehen, online oder per Radio verfolgen will, sollte den Vorgesetzten um Erlaubnis bitten. Sonst kann es Ärger geben. Zwar ist jedenfalls Radio hören während der Arbeitszeit grundsätzlich erst einmal erlaubt, wenn es von der Arbeit nicht ablenkt und der Mitarbeiter seinen Job ordnungsgemäß machen kann. Doch die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass das Verfolgen der Karnevalsumzüge dazu führt, dass man unkonzentriert ist. Etwas anderes gilt nur, wenn es im Betrieb üblich ist, die Umzüge in den Medien zu verfolgen. Dann müssen Beschäftigte die Erlaubnis des Chefs nicht noch einmal gesondert einholen.

Mit Kostüm zur Arbeit gehen

Mit welcher Kleidung der Mitarbeiter während der Karnevalszeit zur Arbeit erscheint, ist erst einmal seine Sache. Deswegen ist auch gegen ein Kostüm wenig einzuwenden, sagt Meier. Etwas anderes gilt allerdings, wenn Mitarbeiter Kundenverkehr haben. Hier sollten sie auf jeden Fall vorher den Chef um Erlaubnis bitten.

Alkohol am Arbeitsplatz

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber ein Alkoholverbot erklären: Mitarbeiter sollten deshalb zuerst einmal in die Betriebsvereinbarung schauen. Steht dort nichts, ist gegen ein oder zwei Glas Sekt oder Kölsch nichts einzuwenden. Vorausgesetzt der Alkoholkonsum ist so gering, dass die Leistungsfähigkeit im Job nicht beeinträchtigt wird.

Urlaub

Einen grundsätzlichen Anspruch auf Urlaub zur Karnevalszeit gibt es nicht, weder bezahlt noch unbezahlt. Der Arbeitgeber muss Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zwar generell berücksichtigen, er kann sie aber auch ablehnen, wenn wichtige betriebliche Gründe dagegen sprechen. Ein solcher Grund kann auch darin liegen , dass bereits zu viele andere Kollegen an den Karnevalstagen im Urlaub sind. Deshalb sollten Karnevalisten ihren Urlaub immer möglichst früh beantragen.

Unter bestimmten Umständen können Arbeitnehmer aber auch ohne Urlaubsantrag der Arbeit fernbleiben: Wenn ein Arbeitgeber zum Beispiel am Rosenmontag mehrere Jahre hintereinander allen Mitarbeitern vorbehaltslos frei gegeben hat, kann dies als "betriebliche Übung"gelten. Die Arbeitnehmer können auch im nächsten Jahr davon ausgehen, dass sie an diesem Tag feiern gehen können. Kein guter Rat für Karnevalisten ist es, an den tollen Tagen eine Arbeitsunfähigkeit vorzutäuschen. Wer sich ohne Grund krankschreiben lässt und dann beim Karnevalsumzug erwischt wird, riskiert eine Kündigung.

Quelle: n-tv.de

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