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Wer sich das Bahn-Chaos nicht antun möchte, sollte schnell Alternativen suchen.
Wer sich das Bahn-Chaos nicht antun möchte, sollte schnell Alternativen suchen.(Foto: REUTERS)

Fernbus, Flugzeug, Mitfahrzentrale: Das können Bahnreisende jetzt tun

Am Donnerstag beginnt der längste Streik seit Gründung der Bahn AG. Ein paar Züge werden rollen, doch wer halbwegs stressfrei ans Ziel kommen will, sieht sich besser nach Alternativen um. Aber gibt es überhaupt noch welche?

Wer in den nächsten Tagen Bahn fahren will, hat Pech: Die Lokführergewerkschaft GDL will wieder streiken, im Personenverkehr geht es in der Nacht zum Donnerstag los. Die Bahn will mit einem Notfahrplan wenigstens ein Drittel des Angebots aufrecht erhalten. Wer überfüllte Züge und lange Wartezeiten lieber meidet, sollte sich zeitnah nach Alternativen umsehen. Gebuchte Tickets lassen sich bei der Bahn kostenfrei stornieren.

Fernbus-Anbieter stocken auf

Mit günstigen Preisen haben sich die Fernbusunternehmen in den letzten beiden Jahren als ernsthafte Bahn-Konkurrenz etabliert. Angesichts des neuen Streiks bei der Bahn reiben sich Branchenvertreter schon die Hände: "Kommt es zu einem Streik in dieser Länge, wird es einen Umsatzzuwachs von mehreren Millionen Euro für die Branche geben", sagt der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, Matthias Schröter und verspricht: "Wir sind für den Marathon-Streik gerüstet." Schon bei den letzten GDL-Ausständen habe sich das Fahrgastaufkommen verdoppelt und nun bereite man sich auf einen neuen Ansturm vor.

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Meinfernbus etwa hat schon beim letzten Streik 100 zusätzliche Fahrten organisiert. Auch dieses Mal wolle man flexibel reagieren, erklärt das Unternehmen. Der ADAC-Postbus will die Flotte von 60 Omnibussen mit allen verfügbaren Ersatzfahrzeugen aufstocken, um den Bahnkunden eine Alternative zu bieten, hieß es. Bei Flixbus steht man "in den Startlöchern", um bei Bedarf mehr Fahrzeuge zu organisieren. Und Deinbus.de überlegt, auf stark frequentierten Strecken ebenfalls zusätzliche Busse einzusetzen - und spekuliert auf "goldene Streiktage".

Wer sich auf den einschlägigen Suchportalen umsieht, wird auf jeden Fall noch fündig. Einen Streik-Zuschlag wollen die Unternehmen zwar nicht verlangen, die üblichen Billig-Tarife sind in den nächsten Tagen aber kaum zu bekommen. Zum Beispiel: die Strecke Hamburg-Berlin. Normalerweise zahlt man für die Fahrt, die über zwölf Stunden dauern kann, je nach Anbieter 25 bis 36 Euro. Aktuell bietet Meinfernbus.de einige Verbindungen für 63 bis 86 Euro an. Der ADAC Postbus hat noch Plätze für knapp 48 Euro. Flixbus hat zwar genügend Busse, aber Probleme mit dem Server,  derzeit ist die Webseite kaum erreichbar.

Ein anderes Beispiel: die Strecke Berlin-Köln. Im schnellsten Fall braucht der Bus rund sieben Stunden, man kann aber auch über zehn Stunden unterwegs sein. Bei Onebus.de fährt man um 14 Uhr los und ist um 22 Uhr da, Tickets gibt es für 19 Euro. Wer andere Fahrzeiten bevorzugt, kann bei Meinfernbus.de aus mehreren Verbindungen für knapp 50 Euro wählen. Der ADAC-Postbus verkehrt ab 43 Euro. Wer Sonntagnachmittags wieder zurück nach Berlin muss, muss sich aber sputen. Bei Postbus und Meinfernbus.de ist die 15-Uhr-Verbindung jetzt schon ausgebucht. Für die  Fahrt um 12.30 Uhr zahlt man beim Postbus über 95 Euro.

Fliegen: Die teure Alternative

Deutlich schneller, aber auch deutlich teurer als mit dem Fernbus reist man im Flugzeug. Wer am Donnerstag von Hamburg nach München möchte, zahlt bei der Lufthansa knapp 180 Euro, bei Airberlin 190 Euro. Günstiger geht's nicht. Die Strecke Berlin-Köln bietet Germanwings am Freitag für 99 Euro an, allerdings erst um 20.55 Uhr. Wer früher los will, könnte beispielsweise um 6.25 Uhr für 170 Euro mit Airberlin fliegen. Für den Rückflug am Sonntag hat Germanwings noch Plätze für 130 Euro, Airberlin fliegt für 146 Euro.

Mietwagen: Am besten per Preisvergleich buchen

Wenn die Bahn nicht fährt, kann man natürlich auch einfach selber fahren – vorausgesetzt, man hat ein Auto. Wer für Donnerstag noch einen Mietwagen braucht, muss sich beeilen. Probeanfragen bei Sixt und Europcar zeigen, dass in vielen Städten schon jetzt kaum noch ein Wagen zu bekommen ist. Wer nicht alle Stationen einzeln abklappern will, kann Preisvergleiche wie Billiger-Mietwagen nutzen. Hier sind auch viele kleinere Anbieter gelistet und entsprechend groß ist die Auswahl. In der Kompaktklasse sind – je nach Stadt - noch diverse Angebote zwischen 70 und 100 Euro verfügbar. Bei einer Buchung über Internetportale ist in der Regel eine Stornierung 24 Stunden vor Mietbeginn möglich

Autos teilen per Mitfahrzentrale

Nicht nur für die Fernbusse ist der Bahnstreik eine willkommene Gelegenheit, neue Kunden zu gewinnen. Auch die Mitfahrzentralen freuen sich über enormen Zulauf. Sie fordern den Reisenden zwar etwas Organisation ab, dafür kommen die Mitfahrer meist deutlich schneller und auch etwas günstiger ans Ziel als per Bus: Für die Strecke Hamburg-Berlin zahlt man zwischen 10 und 15 Euro,  Köln-Berlin wird für etwa 25 bis 35 Euro angeboten, Leipzig-München ist für 20 Euro im Programm.

Wer einen Platz im Auto sucht, findet ihn beispielsweise auf blablacar, oder Mitfahrlegenheit.de. Noch sind auf für die nächsten Tage auf den verschiedenen Strecken reichlich Mitfahrmöglichkeiten im Angebot. Und wer als verhinderter Bahnfahrer das eigene Auto nimmt, könnte ja auch selbst zum Anbieter werden.  

Quelle: n-tv.de

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