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Dienstag, 18. April 2017

Warentest verrät es: Das sind die besten Steuerprogramme

Wer sich nicht per Elster-Verfahren durch die Steuererklärung hangeln will, braucht ein Steuerprogramm. Besonders beliebt: Wiso Steuersparbuch und Steuersparerklärung. Ist der gute Ruf berechtigt? Die Stiftung Warentest hat nachgerechnet.

Ein Steuerberater lohnt sich nicht und Elster ist zu umständlich? Dann sind Steuerprogramme die Lösung. Für 15 bis 35 Euro führen sie den Nutzer durch die Steuererklärung, geben Erklärungen und Spartipps und überprüfen die eingegebenen Daten. Aber welches Programm schafft das am besten? Welches ist bedienungsfreundlich und zuverlässig? Die Stiftung Warentest hat für das neue "Finanztest"-Heft elf Kandidaten überprüft, davon sind fünf web-basiert. Empfehlen können die Warentester nur drei von ihnen.

Jeweils drei Steuerfälle mussten die Programme bearbeiten. Zwei davon waren so kompliziert, dass Unkundige ohne fremde Hilfe nicht weit kamen. Bei der modellhaften Patchwork-Familie waren unter anderem Riester, Pflege, Vermietung und wechselnde Arbeitsplätze im Spiel. Im anderen Fall hatte ein Rentner neben Kapitalerträgen auch eine hohe Abfindung zu versteuern. Das dritte Beispiel war deutlich einfacher, hier haben die Tester nicht nur Experten an den Rechner gebeten, sondern auch 110 Laien, die sich mit Steuern nicht allzu gut auskannten.    

Buhl Data rechnet am besten

Die laut "Finanztest" besten Programme kommen allesamt aus dem gleichen Haus, nämlich von Buhl Data. Den Testsieg teilen sich das bekannte Wiso Steuersparbuch und Tax 2017, die beide mit einer Gesamtnote von 2,2 abschneiden. Für Windows-Nutzer empfiehlt sich Tax 2017, denn mit rund 15 Euro ist die Spar-Version nicht einmal halb so teuer wie die Wiso-Software für 35 Euro, die auch auf iOS läuft.

Mac-Nutzer haben abseits der browser-gestützten Varianten ohnehin nur begrenzte Auswahl. Außer dem Wiso-Steuersparbuch eignet sich für sie nur die Steuersparerklärung 2017 von Wolters Kluwer. Das beliebte Programm schnitt im Test allerdings nur mittelmäßig ab. Die Handhabung hätte besser sein können und auch im wichtigsten Prüfpunkt "Steuerberechnung und Hilfen" gab es noch Luft nach oben.

Die regelmäßigen Nutzer finden das offenbar weniger problematisch als die testenden Experten. In einer Umfrage unter 4000 Finanztip-Lesern lag die Steuersparerklärung immerhin auf Platz zwei der meistgenutzten Programme. Nur 20 Prozent der Befragten konnten sich vorstellen, einmal eine andere Variante auszuprobieren. Browser-basierte Programme spielen für die Finanztip-Leser derzeit noch keine große Rolle. Die Testergebnisse könnten dafür sorgen, dass das auch noch eine Weile so bleibt.

Die Schlusslichter im Test

Nur eine der Web-Lösungen konnte überzeugen: Steuer-web.de, ebenfalls von Buhl Data, schnitt "gut" ab, die Steuerberechnung klappte kaum schlechter als bei den beiden Testsiegern. Zwei Online-Konkurrenten kamen in diesem Punkt dagegen gar nicht gut weg: Lohnsteuer Kompakt und Steuerfuchs lieferten beide keine richtigen Ergebnisse. Bei Lohnsteuer Kompakt liegt das auch daran, dass die Anlage KAP nicht vollständig integriert ist, so dass es in vielen Fällen zu Fehlberechnungen kommen kann. Wer Kapitalerträge versteuern muss, sollte das Programm nicht kaufen, rät "Finanztest". Immerhin klappte die Handhabung bei Lohnsteuer Kompakt recht gut, bei den Laien-Testern lag die Online-Steuererklärung mit vorne. Steuerfuchs konnte hier dagegen nicht überzeugen.

Egal, für welche Variante man sich letztlich entscheidet: Wer auf Nummer sicher gehen will und die nötige Geduld mitbringt, kann die Steuererklärung auch noch mit einem zweiten Programm durchspielen. Wiso Steuerweb, Smartsteuer und Steuereasy kann man kostenlos ausprobieren, zahlen muss man nur, wenn man die fertigen Unterlagen ans Finanzamt weiterleiten will.      

Quelle: n-tv.de

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