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Noch vor wenigen Jahren galt die gesetzliche Rente als unrentabel. Doch unsichere Kapitalmärkte und Niedrigzinsen bescheren der Altersvorsorge wieder ein besseres Renommee.
Noch vor wenigen Jahren galt die gesetzliche Rente als unrentabel. Doch unsichere Kapitalmärkte und Niedrigzinsen bescheren der Altersvorsorge wieder ein besseres Renommee.(Foto: imago/McPHOTO)

Versorgt im Alter?: "Die gesetzliche Rente wird nicht reichen"

"Denn eins ist sicher: Die Rente." Was 1986 vom damaligen Arbeitsminister Norbert Blüm verkündet wurde, lässt heute manchen zweifeln. 125 Jahre nach ihrer Einführung ist das Rentenniveau bedrohlich gesunken. Der Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen gibt Tipps, um dennoch im Alter gut über die Runden zu kommen. 

n-tv.de: Wie sicher ist die gesetzliche Rente?

Hermann-Josef Tenhagen: Die Rentenversicherung ist insofern sicher, als das man hier garantiert eine Leistung im Alter ausgezahlt bekommen wird. Sie ist nicht umsonst 125 Jahre alt geworden und hat zwei Weltkriege überstanden. Ob die Höhe der Rente ausreichend ist, um den Lebensabend zu finanzieren, ist eine allerdings eine andere Frage. Es wird in Zukunft sicher nicht genügen, nur auf die gesetzliche Rente zu setzen.   

Warum war es denn überhaupt notwendig, die gesetzliche Rente zu reformieren – dies hat ja de facto zu Rentenkürzungen geführt?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.
Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Die Politiker sind in den vergangenen Jahren mehrheitlich davon ausgegangen, dass die Bürger in Zukunft nicht bereit sein werden  höhere Beiträge in die Rentenversicherung zu bezahlen, die aufgrund des demographischen Wandels aber notwendig gewesen wären, um das System in der alten Form erhalten zu können. Stattdessen haben sie deshalb die Rentenansprüche gekürzt.

Was ist zu tun um, diese Einbußen zu kompensieren?

Um eine private Vorsorge kommt unter den derzeitigen Bedingungen kaum jemand herum. Am besten sollte man sich eine gute Riester- oder Betriebsrente raussuchen und so sein Einkommen im Alter aufbessern. Wobei eine betriebliche Rente zu bevorzugen ist, wenn der Arbeitgeber sich an den Einzahlungen beteiligt. Finanztip hat Wege zum guten Vertrag zusammengestellt.

Gilt das für jeden?

Das gilt für die große Mehrheit.

Gibt es auch Personengruppen, denen sie von einer privaten Vorsorge abraten?

Wer schon gut versorgt ist, ob durch Erbschaft oder ein großes Vermögen, der braucht das eigentlich nicht. Und auch wer als Beamter mit einer ordentliche Pension rechnen kann und im Alter mit weniger zufrieden ist, für den ist eine Zusatzrente nicht unbedingt erforderlich.

Und Menschen mit wenig Geld?

Wer im Alter absehbar aufgrund eines geringen Verdienstes und einer entsprechend niedrigen Rente auf Hilfe vom Staat angewiesen ist, der muss beachten, dass auch Einkünfte aus privater Vorsorge auf die Leistungen der Grundrente angerechnet werden. Grundsätzlich besteht natürlich die Möglichkeit, sich seinen größeren Riestervertrag direkt vor der Rente auszahlen zu lassen und alles zu verjubeln. Dann müssen allerdings erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Ist der Riestervertrag sehr klein, wird er aus Verwaltungsgründen ohnehin in einer Summe ausgezahlt, dann muss man nicht einmal die Förderung zurückzahlen. Details regelt das Sozialgesetzbuch VI. Allerdings würde ich immer dazu raten, die Möglichkeit mit staatlicher Unterstützung vorzusorgen, wahrnehmen. Stand heute ist das für die allermeisten alternativlos.     

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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