Ratgeber
Zumindest Menschen mit einer ausgeprägten Sehschwäche werden in Zukunft finanziell entlastet.
Zumindest Menschen mit einer ausgeprägten Sehschwäche werden in Zukunft finanziell entlastet.(Foto: imago/Westend61)
Freitag, 17. Februar 2017

Ab vier oder sechs Dioptrien: Diese Brille zahlt in Zukunft die Kasse

Nicht gut zu sehen ist keine Freude. Doch früher oder später erwischt es nahezu jeden. Ein kleines Trostpflaster gibt es nun vom Gesetzgeber - zumindest für jene, die wirklich schlechte Augen haben.

Mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland tragen eine Brille - mehr als ein Drittel von ihnen ständig. 28 Prozent braucht die Brille nur gelegentlich, zum Beispiel beim Lesen. Insgesamt sind unter den Brillenträgern mehr Frauen als Männer (rund 67 beziehungsweise 59 Prozent).  Keinen Unterschied für die Augen macht es hingegen, ob die Person in West- oder Ostdeutschland lebt. Soweit die Statistik des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Die gute Nachricht für alle Menschen mit einer ausgeprägten Sehschwäche lautet, dass gesetzlich Krankenversicherte in Zukunft wieder die Brille auf Rezept erhalten werden - zumindest dann, wenn sie nachweislich mehr als sechs Dioptrien haben. Bei Vorhandensein einer Hornhautverkrümmung gibt es das Hilfsmittel bereits ab vier Dioptrien. Eine entsprechende Regelung wurde im Rahmen des Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) im Bundestag verabschiedet. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hatte sich zuvor für die Änderung eingesetzt.

Bis zum Jahr 2003 hatten alle gesetzlich Krankenversicherten mit Sehproblemen Anspruch auf eine Sehhilfe. Seitdem gilt, dass nur Erwachsenen eine kostenlose Brille durch die Krankenkasse zusteht, wenn sie mit dieser maximal 30 Prozent Sehvermögen haben. Wessen Sehschwäche mit Brille nur etwas weniger stark ausgeprägt war, musste die Kosten für die Kompensation hingegen selbst tragen. Für Kinder und Jugendliche muss weder aktuell noch nach der neuen Regelung für die Gläser selbst gezahlt werden.

Betroffene können die Kosten für die Brille bisher nur dadurch abfedern, indem sie diese als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung absetzen. Brillenträgern mit weniger als vier beziehungsweise sechs Dioptrien ist dies selbstverständlich weiter möglich.

Der DBSV rechnet damit, dass die Regelung Mitte März in Kraft tritt.  

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen