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Ein bis zweimal im Jahr sollte man eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen. Doch längst nicht alle Kassen zahlen dafür.
Ein bis zweimal im Jahr sollte man eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen. Doch längst nicht alle Kassen zahlen dafür.(Foto: imago/McPHOTO)

Zahnreinigung und Chiropraktiker: Diese Kassen bieten am meisten

Krankenkassen sind nicht nur unterschiedlich teuer, auch das Leistungsspektrum geht auseinander. Die Stiftung Warentest hat überprüft, wie die Versicherungen bei gefragten Extras wie der Zahnreinigung dastehen. Auch günstige Anbieter können punkten.

Über 31.000 Mitglieder haben der Barmer in den ersten drei Monaten des Jahres den Rücken gekehrt. Offenbar haben viele Kunden die Fusion mit der Deutschen BKK zum Anlass genommen, sich nach Alternativen umzusehen. Mit einem Gesamtbeitrag von 15,7 Prozent ist die Barmer zwar nicht besonders teuer, aber eben auch nicht besonders billig. Und auch mit ihren Zusatzleistungen kann die Barmer nicht aus der Masse hervorstechen, das zeigt ein Blick in den aktuellen Kassencheck der Stiftung Warentest. Für das neue "Test"-Magazin hat die Stiftung Preise und Extraleistungen von 75 gesetzlichen Krankenkassen ausgewertet und große Unterschiede gefunden. Je nach persönlichen Prioritäten kann sich ein Wechsel also auszahlen.

Wer nach dem Grundsatz "Hauptsache billig" verfährt, ist bei der hkk an der richtigen Adresse. Zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent kommt hier ein Zusatzbeitrag von 0,6 Prozent, den allein der Arbeitnehmer trägt. Es gibt noch günstigere Kassen, die AOK Sachsen-Anhalt, die Metzinger BKK, die BKK Pfaff und die BKK Scheufelen. Sie sind aber nicht bundesweit geöffnet. Die Warentester rechnen vor, wie hoch das Sparpotenzial ist: Wer beispielsweise 2900 Euro im Monat brutto verdient, kann durch einen Wechsel von der teuersten zur güns­tigsten bundes­weiten Kasse jähr­lich 386 Euro sparen. Bei einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 4350 Euro zahlt man nach dem Wechsel fast 580 Euro weniger Beitrag. Einen Teil der Ersparnis streicht aber das Finanzamt ein, man muss schließlich mehr Geld versteuern.

Bis zu 500 Euro Zuschuss sind drin

Vier bis sechs Behandlungen beim Chiropraktiker werden oft bezuschusst.
Vier bis sechs Behandlungen beim Chiropraktiker werden oft bezuschusst.(Foto: imago/UIG)

Oft entscheidet nicht allein der Beitrag über die Kassenwahl, sondern auch das, was man dafür bekommt. Auch wenn die meisten Kassenleistungen gesetzlich vorgeschrieben sind, gibt es Spielräume für Extras. Für viele Kunden am wichtigsten: Osteopathie und Zuschüsse zur Zahnreinigung. Danach suchen die Kunden in den Datenbanken von Warentest am häufigsten.

Professionelle Zahnreinigungen kosten je nach Aufwand etwa 60 bis 120 Euro, die von den Patienten selbst zu tragen sind. Einige Kassen zahlen Zuschüsse - oft aber nur, wenn die Versicherten eine Praxis aus einem bestimmten Ärztenetzwerk aufsuchen. Vielen ist das zu kompliziert. 27 Kassen verzichten auf solche Limitierungen und bezuschussen die Zahnreinigung beim Wunschzahnarzt. Die DAK Gesundheit etwa zahlt bis zu 60 Euro im Jahr, die Big Direkt Gesund und viele andere bis zu 50 Euro. Bei der Actimonda gibt es zwei Mal jährlich 40 Euro Zuschuss, bei der Securvita sind es zwei Mal 26 Euro.

Manche Kassen beschränken ihre Zuzahlung auf 80 oder 90 Prozent der Gesamtrechnung. Die AOK Niedersachsen etwa übernimmt 80 Prozent von bis zu 500 Euro. Die hohe Summe lässt sich leicht erklären: Es handelt sich um ein Gesamtbudget, aus dem auch andere Leistungen bezahlt werden können. Wer also beispielsweise 400 Euro für Besuche beim Osteopathen abruft, hat für die Zahnreinigung nur noch 100 Euro zur Verfügung. Ähnlich verfahren auch viele andere Kassen, meistens sind die Gesamtbudgets dann aber niedriger.

Auch günstige Kassen leisten viel

Wer sich für Osteopathie interessiert, ist bei der BKK Provita am besten aufgehoben. Bei einem Beitragssatz von 15,9 Prozent bezuschusst sie bis zu fünf Sitzungen beim Osteopathen mit jeweils 80 Prozent und maximal 500 Euro im Jahr. Ähnlich großzügig ist die BKK Technoform mit 480 Euro Jahresbudget (Beitragssatz 15,3 Prozent).

Zu den günstigsten Kassen mit Osteopathie-Angebot gehören die BKK Pfaff (Beitragssatz 15,0 Prozent), die BKK Faber Castell (15,25 Prozent), die IKK Gesund Plus (15,2 Prozent) sowie die BKK Euregio (15,3 Prozent). Sie zahlen bis zu 390, bzw. 360 Euro dazu. Die Formel "Hoher Beitragssatz = Mehr Zusatzleistungen" geht also nicht auf, betont Finanztest-Projektleiterin Sabine Baierl-Johna: "Es gibt durch­aus güns­tige Kassen mit guten Extra­leistungen zur Zahn­einigung und Osteo­pathie."

Auch Services wie die Vermittlung von Facharztterminen, eine Medizinhotline oder die Unterstützung beim Einholen einer ärztlichen Zweitmeinung sind kein Privileg der teuren Kassen. Anbieter mit niedrigem Zusatzbeitrag wie die BKK Scheufelen, die hkk oder die IKK Gesund Plus können ebenso punkten wie die DAK-Gesundheit, die KKH oder die Viactiv mit jeweils über 16,3 Prozent Gesamtbeitrag.

Quelle: n-tv.de

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