Ratgeber

Grunderwerbsteuer und Umsatzsteuer?: Doppelte Besteuerung unzulässig

Beim Kauf eines Grundstücks fällt die Grunderwerbssteuer an. Wird später auf der Fläche ein Haus gebaut, so darf dieses nicht in die Berechnung der Steuerabgabe mit einfließen - denn das wäre eine doppelte Besteuerung.

In der Stadt oder draußen wohnen? Auf dem Land ist der Bauplatz oft günstiger. Steuern fallen aber immer an.
In der Stadt oder draußen wohnen? Auf dem Land ist der Bauplatz oft günstiger. Steuern fallen aber immer an.

Gute Nachrichten für Bauherren. Das Niedersächsische Finanzgericht hält die Doppelbelastung mit Grunderwerb- und Umsatzsteuer bei Bauerrichtungsleistungen für unzulässig. Auch wenn die Finanzverwaltung gegen das Urteil Revision eingelegt hat und ein Verfahren beim Bundesfinanzhof anhängig ist, können Bauherren schon jetzt davon profitieren. Wenn das Finanzamt nicht nur den Wert des Grundtücks, sondern auch den des zu errichtenden Hauses als Bemessungsgrundlage heranzieht, sollten Bauherren gegen den Bescheid Einspruch einlegen.

Das Finanzamt kann die Grunderwerbsteuer nur aus dem Grundstückswert verlangen, berichtet der Bund der Steuerzahler unter Berufung auf eine Entscheidung des Niedersächsischen Finanzgerichts. Wird auf dem Grundstück später ein Haus gebaut, darf der Wert des geplanten Gebäudes bei der Berechnung der Grunderwerbsteuer nicht herangezogen werden. Denn der Bauherr muss für das Errichten des Hauses auch noch Umsatzsteuer auf die Bauleistungen zahlen.

Das Finanzamt wollte für die Berechnung der Grunderwerbsteuer hingegen den Wert des Grundstücks und den Wert des zu errichtenden Hauses heranziehen. Dies stellt aber eine Doppelbelastung für den Bauherrn dar, denn der Bauherr muss für die Errichtung des Hauses auch noch Umsatzsteuer auf die Bauleistungen zahlen. Im Ergebnis muss der Steuerzahler also für ein Haus doppelt Steuern zahlen, nämlich Grunderwerbsteuer und Umsatzsteuer

Gegen dieses Urteil legte die Finanzverwaltung Revision beim Bundesfinanzhof ein. Anita Käding vom Steuerzahlerbund empfiehlt: "Betroffene Bauherren sollten gegen den Grunderwerbsteuerbescheid Einspruch einlegen, wenn die Finanzverwaltung auch das noch zu errichtende Haus in die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer einbezieht. Zugleich sollte das Ruhen des Verfahrens beantragt werden." Zur Begründung kann auf das Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof verwiesen werden. Dann bleibt der eigene Steuerfall bis zu einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs offen und kann später noch geändert werden.

Baugeld im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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