Ratgeber

AusgeleuchtetEU dimmt Glühlampe runter

01.09.2010, 10:57 Uhr

Die Geschichte der Glühlampe geht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Jetzt findet sie ihr Ende - zumindest innerhalb der EU. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Glühbirnen-Abschaffung.

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Ein schwacher Trost für Energiesparlampen-Skeptiker: Es gibt mittlerweile auch formschönere Modelle. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Adieu, Glühbirne: Auf Basis der sogenannten Ökodesign-Richtlinie dimmt die EU den Einsatz von Glühfadenlampen – wie ihre korrekte Bezeichnung lautet - Schritt für Schritt herunter. Jetzt werden die 75-Watt-Birnen ausgeknipst. Der Verkauf von Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 60 Watt ist ab 1. September verboten.

Von jetzt an dürfen nur noch Restbestände verkauft, aber keine neuen Birnen mehr hergestellt werden. Stattdessen sollen die Birnen durch entsprechende Energiesparlampen ersetzt werden. Statt der 75-Watt-Birne gibt es nun die 15-Watt-Lampe. Das Verbot ist allerdings nicht unumstritten – insbesondere weil viele Energiesparlampen immer noch nicht halten, was sie versprechen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Für welche Glühbirnen gelten die Regelungen?

Seit dem 1. September 2009 gilt das Verbot für herkömmliche Mattglas-Glühbirnen und Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt. Nun folgen Birnen mit mehr als 60 Watt. Im nächsten Jahr trifft es dann die besonders gefragten Lampen mit zwischen 40 und 60 Watt. Im September 2012 werden auch die Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 10 Watt ausgeknipst. Und von 2016 an ist auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen, die nicht so sparsam wie Leuchtstofflampen sind.

Was sollen die EU-Regeln von 2009 bewirken?

Herkömmliche Glühbirnen gelten als Stromfresser. Sie wandeln nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme abgegeben. Die Bürger sollen deshalb zur Beleuchtung ihrer Wohnungen auf Leuchtstoff- oder LED-Lampen umsteigen. Es muss aber niemand funktionierende Lampen aus der Fassung drehen, die Verordnung betrifft ausschließlich den Handel. Da herkömmliche Lampen den Anforderungen an Effizienz und Tauglichkeit nicht entsprechen, müssen sie schrittweise vom Markt verschwinden.

Wie viel weniger Strom brauchen Energiesparlampen?

Energiesparlampen wandeln etwa 25 Prozent der Energie in Licht um und haben damit eine viel größere Ausbeute als herkömmliche Glühbirnen. Das Einsparvolumen beim Strom wird auf rund drei Viertel geschätzt. Nach einer Beispielrechnung des Umweltbundesamtes sinken die Stromkosten bei 10.000 Betriebsstunden zwischen 49 und 177 Euro, wenn eine alte Glühbirne gegen eine gleich helle und hochwertige Energiesparlampe ausgetauscht wird. Beim Austausch aller Lampen in privatem Gebrauch würde sich der jährliche Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland um rund vier Millionen Tonnen verringern.

Muss ich alle Standard-Glühbirnen jetzt wegwerfen?

Nein. Alle Lampen können weiter verwendet und Restbestände noch verkauft werden. Die EU-Verordnung regelt nur, was künftig in den Handel gebracht werden darf.

Welche Probleme gibt es mit den neuen Leuchten?

Energiesparlampen sind aus Umweltgesichtspunkten nicht unproblematisch. Sie enthalten giftiges Quecksilber und dürfen deshalb nicht in den Hausmüll. Bundesweit gibt es 2200 Sammelstellen, davon 725 im Handel, die übrigen bei den Kommunen. Umweltschützer und der Hersteller Osram bemängeln, dass der Handel bislang kein flächendeckendes Rücknahmesystem anbietet.

Auch in der Anwendung werden immer wieder Probleme sichtbar. Erst im Frühjahr attestierte die Stiftung Warentest vielen Modellen eine zu geringe Leuchtkraft und eine zu kurze Lebensdauer. Die Spanne reicht hier von 1500 bis 15.000 Stunden. Häufiges Ein- und Ausschalten kann sie verkürzen. Während einige Lampen im Dauertest schon nach 5000 Mal An- und Ausschalten den Geist aufgaben, kamen die teuren sehr gut bewerteten Modelle auf 70.000 Knips-Vorgänge.

Wie erkennt man, welche Energiesparlampe die richtige ist?

Ab September müssen die Hersteller auf den Packungen mehr Angaben machen. Dazu gehört neben dem Stromverbrauch und der Lebensdauer auch die Zeit, bis die Lampe ihre vollständige Leuchtkraft erreicht hat. Auch die Umrechnung zur alten Wattzahl darf nicht fehlen. Außerdem wird die Wärme des Lichts angeben.

Wie funktionieren Glühbirnen und wie die neuen Lampen?

In klassischen Glühbirnen wird ein Glühfaden aus Wolfram mit Strom so stark erhitzt, dass er Licht abgibt. Ein Gasgemisch im Glaskolben verhindert das Schmelzen des Fadens. Energiesparende Leuchtstofflampen sind mit einem elektrisch leitenden Gas gefüllt, ihre Innenseite ist mit einem Leuchtstoff beschichtet. Andere Varianten sind Halogenlampen (mit Glühdraht) und Leuchtdioden (LED).

Quelle: ino/dpa