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Versteigerung unter Wunschpreis: Ebay-Abbruch nicht möglich

Sobald es Bieter gibt, kann man die Auktion nicht mehr ohne Weiteres abbrechen.
Sobald es Bieter gibt, kann man die Auktion nicht mehr ohne Weiteres abbrechen.(Foto: dpa)

Wer seinen Gebrauchtwagen bei Ebay zur Versteigerung anbietet, darf die einmal in Gang gesetzte Auktion nicht ohne triftigen Grund kurz vor dem festgelegten Ende einfach abbrechen. Die Tatsache, bei einer parallelen Internet-Versteigerung auf einer anderen Plattform einen besseren Auktions-Preis erzielen zu können, gilt nicht als zulässige Entschuldigung für den Vertragsbruch. Das hat jetzt das Amtsgericht Menden entschieden (Az. 4 C 390/10).

In dem Prozess ging es um einen 1993 erstzugelassenen Pkw, der bei Ebay von seinem Besitzer mit einem Mindestgebot von 1 Euro für einen Tag ins Netz gestellt worden war. Rund zehn Minuten vor Auktionsschluss lag für den Wagen mit einer Laufleistung von 260.000 km ein Höchstgebot von 605,99 Euro vor. Parallel zur Ebay-Auktion hatte der Mann sein Auto auch für 750 Euro bei mobile.de inseriert, was möglich ist, weil Ebay und mobile.de zusammengehören. Weil absehbar war, dass der erzielbare Preis bei der Auktion geringer sein würde als der beim konventionellen Inserat, brach der Verkäufer die Versteigerung ab - zum Ärger des Meistbietenden, der vors Amtsgericht Menden zog.

Dort bekam er Recht: Zwischen dem Betroffenen und dem Auto-Versteigerer sei ein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen. Ein Abbruch ist nur möglich, wenn noch kein Gebot vorliegt oder wenn die Leistung objektiv unmöglich ist. Der auf Ebay Meistbietende kann nun einen entsprechenden Nichterfüllungsschaden geltend machen. Der ergibt sich aus der Differenz des von einem Sachverständigen geschätzten Verkehrswertes des Autos minus Auktionshöchstgebot und beträgt in diesem Fall 294,01 Euro.

Quelle: n-tv.de

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