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Profifußballer kündigt Mieterin : Eigenbedarf muss nachvollziehbar sein

Wer mit Fußballspielen sein Geld verdient, kann sich auch meist eine eigene Immobilie leisten. Ob diese dann auch selbst genutzt werden darf, wenn der Kicker im Ausland beschäftigt und die Wohnung vermietet ist, hat ein Gericht zu entscheiden.

Grundsätzlich darf das Gericht nicht überprüfen, ob es zur Nutzungsabsicht des Vermieters bessere oder sinnvollere Alternativen gibt.
Grundsätzlich darf das Gericht nicht überprüfen, ob es zur Nutzungsabsicht des Vermieters bessere oder sinnvollere Alternativen gibt.(Foto: dpa)

Die Kündigung eines Mietverhältnisses wegen Eigenbedarfs ist auch dann gerechtfertigt, wenn ein Profifußballer, der im Ausland arbeitet, seine Eigentumswohnung in Deutschland in seiner Freizeit mit seiner Familie nutzen möchte. Dies hat das Amtsgericht (AG) München entschieden (Az.: 473 C 7411/14).

In dem verhandelten Fall erwarb der klagende Berufskicker im Jahr 2011 eine 45,56 Quadratmeter große Wohnung in München. Diese wurde seit Februar 2000 von einer Mieterin bewohnt. 2013 kündigte er die Wohnung wegen Eigenbedarfs. Dies wurde damit begründet, dass der Mann angab, im Frühsommer seine Freundin heiraten und dann mit ihr und ihrem kürzlich geborenen gemeinsamen Kind in München wohnen zu wollen. Nicht zuletzt deshalb, da der Nachwuchs in Deutschland aufwachsen sollte. Eine andere Alternative stehe nicht zur Verfügung. Es sei geplant, dass die Wohnung zumindest für die nächsten drei bis vier Jahre vor allem von der Lebensgefährtin mit ihrem Kind bewohnt werden soll.

Aufgrund des Berufs als Profifußballer arbeitete er zwar derzeit in Serbien, er wolle das Objekt aber gemeinsam mit seiner Familie – insbesondere auch in der Winterpause und in trainingsfreien Zeiten - als Hauptwohnsitz nutzen. Die Mieterin zeigte jedoch kein Verständnis und zog nicht aus. Sie hielt den Kündigungsgrund für vorgeschoben. Daraufhin klagte der Kicker gegen seine Mieterin.

Mit Erfolg. Das Amtsgericht hat die Mieterin zur Räumung der Wohnung verurteilt. Demnach ist die Lebensplanung des Fußballers und seiner Familie glaubhaft. Grundsätzlich darf das Gericht nicht überprüfen, ob es zur Nutzungsabsicht des Vermieters bessere oder sinnvollere Alternativen gibt. Der Wunsch des Klägers nach einem gemeinsamen Wohnsitz in München sei nachvollziehbar und vernünftig. Es sei verständlich, dass der Mann gemeinsam mit seiner aus der Gegend von München stammenden Ehefrau hier eine Wohnung beziehen möchte.

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Quelle: n-tv.de

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