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Anerkannt wird das häusliche Arbeitszimmer vom Finanzamt meist dann, wenn dem Beschäftigten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
Anerkannt wird das häusliche Arbeitszimmer vom Finanzamt meist dann, wenn dem Beschäftigten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.(Foto: dpa)
Mittwoch, 24. Mai 2017

Finanzamt spielt nicht mit: Ein Arbeitszimmer für die Stewardess?

Wer in seiner Firma keinen Arbeitsplatz zur Verfügung hat, kann bis zu 1250 Euro im Jahr an Werbungskosten in seiner Steuererklärung geltend machen. Das möchte auch eine Flugbegleiterin nutzen. Dabei ist deren Arbeitsplatz doch eigentlich über den Wolken, oder?

Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer können Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten in Höhe von 1250 Euro von der Steuer absetzen. Sogar unbeschränkt abzugsfähig sind die Räumlichkeiten dann, wenn das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit ist. Dies trifft meist auf Selbstständige zu, die entsprechende Beträge als Betriebsausgaben angeben können.

Von der Regelung für nichtselbständiger Arbeit wollte auch eine Flugbegleiterin profitieren und beantragte in ihrer Einkommensteuererklärung für 2013 den Abzug von Aufwendungen für das häusliches Arbeitszimmer in Höhe von 1250 Euro. Dies lehnte das zuständige Finanzamt ab. Zur Begründung hieß es, dass das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt ihrer gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit darstelle, außerdem stehe zudem ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung.

Die Stewardess argumentierte hingegen, dass sie das Arbeitszimmer für die Flugvorbereitung (zum Beispiel Information über streckenspezifische Besonderheiten und Produktveränderungen, Studium der Arbeitsanweisungen und -nachbereitung (beispielsweise Erstellung von Feedback- und Ereignisprotokollen) sowie Fortbildungen (Erste-Hilfe-Auffrischungen, Emergency-Übungen) benötige. Zudem legte sie eine Bescheinigung der Fluggesellschaft vor, wonach ihr kein individueller Arbeitsplatz zur Verfügung stehe.

Der Streit landete schließlich vor dem Finanzgericht Düsseldorf (Az.: 8 K 1262/15 E), wo die Klage der Frau abgewiesen wurde. Zwar stehe ihr für einige wenige Tätigkeiten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Der Umfang dieser Tätigkeiten lasse es jedoch nicht glaubhaft erscheinen, dass die Stewardess hierfür ein Arbeitszimmer benötigt habe.

Vielmehr befand das Gericht, dass die Inanspruchnahme des Raums für berufliche Zwecke von untergeordneter Bedeutung ist. Insbesondere wenn man die für die Flugvorbereitung und die Nacharbeiten anfallenden Zeiträume ins Verhältnis zur anrechenbaren Jahresflugzeit der Klägerin von über 600 Stunden setzt.  

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Quelle: n-tv.de

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