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Führerschein pulverisiert: Einmal koksen, Lappen weg?

Bedröhnt mit dem Auto zu fahren ist generell keine gute Idee. Mit Kokain im Blut am Steuer zu sitzen, kann allerdings besonderen Ärger nach sich ziehen. Wer meint, einmal ist keinmal, kann seinen Führerschein für absehbare Zeit vergessen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bereits ein einmaliger Kokain-Konsum kann zur Entziehung der Fahrerlaubnis führen, wenn aufgrund entsprechender Untersuchungen der Konsum der illegalen Droge feststeht. Dies hat das Verwaltungsgericht (VG) Trier entschieden (Az.: 1 L 3706/15.TR)

Im verhandelten Fall geriet ein Mann mit seinem Fahrzeug im Mai 2015 in eine Verkehrskontrolle. Wie im Einsatzbericht festgehalten wurde, stellten die Polizeibeamten Ausfallerscheinungen des Fahrers fest. Der freiwillig durchgeführte Test verlief positiv auf Kokain. Nach dem ärztlichen Untersuchungsbericht vom selben Tag ist unter anderem eine Beeinflussung durch die Drogen diagnostiziert. Der toxikologische Befund der am selben Tag erfolgten Blutentnahme belegte nach Auffassung der Gutachter die Aufnahme von Kokain. Daraufhin entzog die zuständige Behörde die Fahrerlaubnis mit sofortiger Wirkung. Dagegen wehrte sich der Drogensünder beim Verwaltungsgericht Trier mit einer Klage.

Ohne Erfolg. Das Gericht lehnte diese ab. Demnach hat ihm die Fahrerlaubnisbehörde zu Recht den Führerschein mit sofortiger Wirkung entzogen. Die entsprechenden Regelungen der Fahrerlaubnisverordnung beinhalteten den Erfahrungssatz, dass bereits die einmalige Einnahme von Kokain, unabhängig von der Höhe der nachgewiesenen Betäubungsmittelkonzentration, regelmäßig die Fahreignung ausschließt. Daher ist es in den Fällen, in denen feststeht, dass Kokain konsumiert worden ist, aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich, das Führen von Kraftfahrzeugen mit sofortiger Wirkung zu unterbinden. Umstände, die ausnahmsweise eine andere Beurteilung dieser Regelannahme begründen könnten, habe der Antragsteller im vorliegenden Verfahren nicht vortragen können, befand das Gericht.

Der ADAC weist darauf hin, dass die Fahrerlaubnis in so einem Fall in aller Regel nur bei Nachweis einer einjährigen Abstinenz und positiver medizinisch-psychologischer Untersuchung wieder erteilt wird.

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Quelle: n-tv.de

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