Ratgeber
Schallzahnbürsten haben etwas längere Köpfe.
Schallzahnbürsten haben etwas längere Köpfe.(Foto: imago/Westend61)

Besser putzen: Elektrische Zahnbürsten für jedes Budget

Elektrische Zahnbürsten entfernen Beläge gründlicher als Handzahnbürsten. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, will den Komfort nicht mehr missen. Wie viel Geld muss man ausgeben?

Bequem, effektiv und schonend soll es sein, das Zähneputzen mit der elektronischen Zahnbürste. Wer einmal damit anfängt, will bald gar nicht mehr per Hand schrubben. Nur: welche nehmen? Die Auswahl ist riesig. Zuerst müssen Käufer aber eine Grundsatzentscheidung treffen: Es gibt die klassischen oszillierend-rotierenden Modelle mit rundem Kopf und sogenannte Schallzahnbürsten, die mit vibrierenden länglichen Bürstenköpfen reinigen. Bei der Putzleistung nehmen sich die beiden Systeme nichts, für Ungeduldige sind Schallzahnbürsten wegen der größeren Putzfläche womöglich die bessere Wahl. Bei den Rundkopf-Bürsten muss man jeden Zahn einzeln bearbeiten. Zweimal täglich mindestens zwei Minuten putzen sollte man aber mit jeder Bürste. Die meisten Modelle haben einen entsprechenden Timer verbaut.

Ein Kriterium, das man bei der Auswahl im Auge behalten sollte, sind die Folgekosten. Spätestens nach drei Monaten muss der Bürstenkopf gewechselt werden. Der Ersatz kostet, je nach Marke und Modell, zwischen einem und weit über zehn Euro. Entscheidungshilfe gefällig? Diese Modelle sind derzeit die beliebtesten auf dem Preisvergleichsportal guenstiger.de.

Zahnpflege ab 23 Euro

Die gefragteste Bürste im Billigsegment ist die Waterpik AT-50 Nano-Sonic. Sie ist aktuell bei zwei Händlern gelistet, der günstigste Preis liegt bei 23 Euro. Das Modell beseitigt lästigen Zahnbelag mit Schall-Putztechnik (16.000 Bewegungen pro Minute). Hoch-Tief-Borsten im Bürstenkopf sollen selbst schwer erreichbare Stellen zuverlässig säubern. Ersatz-Aufsteckbürsten gibt es im Zweierpack für 13 Euro. Anders als teurere Modelle funktioniert die Nano-Sonic mit normalen AAA-Batterien, eine ist im Lieferumfang enthalten. Für den Dauergebrauch sind Modelle mit Akku oder Netzteil besser, mit ihrem kompakten Format ist die Waterpik AT-50 aber ein praktischer Reisebegleiter.  

Ersatzköpfe kosten meist zwischen zwei und fünf Euro.
Ersatzköpfe kosten meist zwischen zwei und fünf Euro.

Nicht nur fürs Reisen eignet sich die Panasonic EW1031S835. Einmal aufgeladen hält der Akku 40 Minuten lang, bei einem einzelnen Nutzer reicht das locker für eine Woche. Plaque wird mit 26.000 Schwingungen entfernt und dank der extrafeinen Mikroborsten kommt die Schallzahnbürste selbst an Stellen, die für eine Handzahnbürste unerreichbar sind. Kunden bei Amazon sind von der Reinigungsleistung mehrheitlich angetan. In der kontaktfreien Ladestation ist Platz für zwei weitere Bürstenköpfe, so dass man das Modell auch zu dritt nutzen kann. Die unverbindliche Preisempfehlung für die EW1031S liegt bei 63 Euro, inzwischen ist sie für 40 Euro zu haben. Interessant ist die große Auswahl an Bürstenköpfen, die jedem Bedarf gerecht werden dürfte. Die günstigsten Ersatzbürsten kosten im Doppelpack weniger als sieben Euro.

In einer ähnlichen Preisklasse spielt die Grundig TB 8030, die im Moment ab 35 Euro zu haben ist. Mit 37.000 Vibrationen in der Minute reinigt die Schallzahnbürste besonders gründlich. Die Intensität kann man in drei Stufen regeln. Nutzer loben die kleinen Bürstenköpfe, mit denen sich auch schwer zugängliche Stellen erreichen lassen. Erwähnenswert ist die umfangreiche Ausstattung. Neben drei Zahnbürsten in unterschiedlichen Stärken sind ein Zungenreiniger, ein Interdentalbürstchen und ein Zahnfleisch-Massageaufsatz im Lieferumfang enthalten. Ersatzbürsten kosten im Viererpack günstige zehn Euro. Der Akku hält bis zu 45 Minuten. Insgesamt gibt es also viel Zahnbürste für wenig Geld. Dass die Amazon-Rezensionen dennoch durchwachsen ausfallen, liegt an der hohen Reklamationsquote. Relativ häufig berichten Nutzer, dass sie ihr Gerät schon nach wenigen Monaten umtauschen mussten.

Mittelklasse-Modelle bis 100 Euro

Die Braun Oral-B Pro 3000 hat einmal 140 Euro gekostet und ist aktuell ab 70 Euro erhältlich. Sie ist das erste Modell mit oszillierenden Borsten in unserer Übersicht. Der runde Bürstenkopf umschließt jeden Zahn einzeln und lockert Plaque mit rotierenden und pulsierenden Bewegungen. Nutzern zufolge funktioniert das sehr gut. Die Borsten sind in einem 16-Grad-Winkel angeordnet und gelangen so tief in die Zahnzwischenräume. Durch die visuelle Andruckkontrolle realisiert man sofort, wenn zu viel Druck ausgeübt wird. Auf diese Weise werden schlechte Putzgewohnheiten verbessert und Verletzungen reduziert. Außerdem gibt es eine Sensitiv-Funktion, mit der man schmerzempfindliche Zähne besonders sanft reinigen kann. Alle 30 Sekunden signalisiert der Professional Timer, dass der nächsten Kieferquadrant gereinigt werden kann. Aufsteckbürsten kosten pro Stück etwa zwei bis drei Euro.

Auf Platz zwei der beliebtesten Mittelklasse-Zahnbürsten: die ProClinical C600 von Elmex, eine Schallzahnbürste mit bis zu 30.000 Schwingungen pro Minute. Drei verschiedene Putzmodi ermöglichen eine individuelle Einstellung von Geschwindigkeit und Reinigungsaktionen. Im Lieferumfang sind zwei verschiedene Bürstenköpfe enthalten, einer zur Intensivreinigung, der gründlich Plaque entfernt und und einer mit weichen und extrafeinen Borsten für empfindliche Zähne. Nach zwei Minuten schaltet sich das Gerät eigenständig aus – davor signalisiert es alle 30 Sekunden, dass der nächste Mundabschnitt geputzt werden soll. Dank des praktischen Reiseetuis lässt sich das Modell problemlos transportieren. Ein Manko sind die Ersatzköpfe. Mit fünf Euro pro Stück sind sie ziemlich teuer. Das Gerät selbst gibt es derzeit ab 58 Euro.

Die Braun Oral-B Pro 6000 geht momentan für 94 Euro über die Ladentheke. Freunde technischer Spielereien kommen hier auf ihre Kosten. Das Modell kommuniziert nämlich via Bluetooth mit dem Smartphone und zeichnet die Putzaktivitäten auf. Über die App kann man sich dann ein individuelles Zahnpflegeprogramm zusammenstellen lassen. Außerdem kann das Smartphone als eine Art Fernbedienung genutzt werden, mit der man beispielsweise die Putzdauer oder den bevorzugten Reinigungsmodus einstellen kann. Das alles kann man mögen oder auch nicht, gut putzen kann die Pro 6000 auch ohne App. Plaque wird mit einem runden, rotierenden Bürstenkopf entfernt und das funktioniert Nutzern zufolge auch sehr gut. Zur Wahl stehen sechs verschiedene Reinigungsmodi, von Aufhellen bis Zahnfleischschutz bleiben keine Wünsche offen. Für die Oral-B gibt es sechs verschiedene Aufsteckbürsten, je nach Variante kosten sie ab drei Euro.   

Die Luxus-Klasse

Ab 147 Euro wird aktuell die Philips HX9172/15 FlexCare Platinum angeboten. Mit über 62.000 Schwingungen pro Minute massiert das Modell vorsichtig das Zahnfleisch und beseitigt Plaque – zehnmal so viel wie bei einer Handzahnbürste. Zum Vergleich: Günstigere Modelle schaffen etwa doppelt so viel. Sobald beim Putzen zu viel Druck ausgeübt wird, lässt ein integrierter Sensor das Handstück vibrieren. Auf diese Weise spüren Nutzer unmittelbar, dass ein weicheres Bürsten sinnvoll wäre. Insgesamt bietet der Apparat drei Intensitätsstufen und drei Reinigungsmodi. Zur Auswahl stehen etwa der White-Modus zur Entfernung von Verfärbungen oder ein Deep Clean-Modus speziell zur Reinigung von Problemstellen. Damit der Bürstenkopf stets sauber bleibt, gehört ein UV-Reinigungsgerät zum Lieferumfang, das Keime und Bakterien gewissenhaft abtötet. Ist die FlexCare Platinum vollständig aufgeladen, hält der Akku bis zu drei Wochen. Einziger Nachteil: Nicht nur das Gerät selbst ist teuer, sondern auch die Folgekosten. Für die Original Aufsteckbürsten zahlt man um die fünf Euro pro Stück.

Auch die zweitbeliebteste Bürste in der Oberklasse kommt von Philips. Die HX9332 Sonicare DiamondClean soll in nur einer Woche bis zu zweifach weißere Zähne als mit einer Handzahnbürste ermöglichen. Dafür kommt der DiamondClean-Bürstenkopf mit Schalltechnologie zum Einsatz, der unliebsame Verfärbungen und Plaque mithilfe von diamantförmigen Borsten entfernt. Im Lieferumfang sind noch fünf weitere Aufsteckbürsten enthalten, unter anderem mit verschiedenen Härtegraden. Durch die Schwingungen erzeugt die Schallzahnbürste eine dynamische Flüssigkeitsströmung aus Speichel und Zahnpasta, die bis tief in die Zahnzwischenräume gespült wird. Speziell für empfindliches Zahnfleisch bietet das Modell ein Sensitive-Putzprogramm. Wie die meisten anderen Bürsten schaltet auch die Sonicare nach der Zielzeit von zwei Minuten aus. Preislich liegt der Apparat mit der UVP von 229 Euro  gerade bei 129 Euro. Ein echtes Schnäppchen also, das aber einen Nachteil hat: Im Netz beklagen viele Kunden, dass ihre Zahnbürste ziemlich früh ihren Geist aufgegeben hat.  

Und noch ein Modell für Tekkies: Die Braun Oral-B Genius 8000 koppelt die Zahnbürste ebenfalls per Bluetooth ans Handy. Die App wertet die Putzgewohnheiten dann mit Echtzeit-Feedback aus. So kann man unter anderem erkennen, welche Mundbereiche man schon wie lange bearbeitet hat. So kann man sichergehen, dass man keine Stelle vergisst. Der runde Bürstenkopf reinigt mit oszillierenden, rotierenden und pulsierenden Borsten und entfernt doppelt so viel Zahnbelag wie eine Handzahnbürste. Zur Auswahl stehen fünf Reinigungsmodi, einer davon mit Zahnfleischschutz und einer zur Aufhellung. Außerdem sind drei Bürsten und ein Reiseetui mit an Bord. Ersatzbürsten bekommt man schon ab etwa 2,50 Euro pro Stück. Die UVP liegt bei 245 Euro, online muss man aber derzeit nicht mehr als 134 Euro hinblättern.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen