Montag, 11. Mai 2009
Alles nur Vorurteile?: Energiesparlampen ungeliebt
Glühbirnen sollen aus deutschen Haushalten verbannt werden - und schon legen die ersten Verbraucher Vorräte an. Branchenvertretern zufolge haben Glühbirnen gegenüber modernen Energiesparlampen allerdings keinerlei Vorteile. Hamsterkäufe vor dem Verbot der Glühbirnen seien irrational und entbehrten jeder Grundlage, sagte Jürgen Waldorf, Geschäftsführer der Brancheninitiative licht.de. Vorbehalte gegenüber dem kälteren Licht der Energiesparlampen oder ihrer langen Anlaufdauer seien früher berechtigt gewesen, heute aber unbegründet, erklärte Waldorf: "Entscheidend ist, dass man mit Energiesparlampen 70 bis 80 Prozent weniger Strom verbraucht."
Außerdem halten normale Energiesparlampen sechs- bis achtmal, Topmodelle sogar 15 Mal länger als Glühbirnen. Dadurch lohne sich der Kauf einer zunächst teureren Energiesparlampe auf Dauer in jedem Fall - wie schnell er sich bezahlt macht, hänge von der Dauer und Häufigkeit der Nutzung ab. "Je länger die Lampen brennen, desto schneller amortisieren sie sich", erklärte Waldorf.
Kaltes Licht
Ein weiterer häufiger Einwand gegen Sparlampen lautet, dass ihr Licht kälter und ungemütlicher sei als das von Glühbirnen. Dabei gebe es längst Lampen, deren Lichtfarbe von der von Glühlampen kaum zu unterscheiden ist. Und einige Halogenlampen, die immerhin rund 30 Prozent Energie einsparen, erzeugten sogar ein brillanteres Licht.
Welche Farbe das Licht einer Lampe hat, lasse sich an einem dreistelligen Code auf der Packung ablesen. Dieser gibt die Qualität und Temperatur des Lichts an. So bedeute die Zahl 827, dass die Lampe eine Lichtqualität von 80 Prozent und eine Farbtemperatur von 2700 Kelvin habe, erklärte Waldorf. Das entspreche der warmen Farbe herkömmlicher Glühlampen. Der Verbraucher habe also die Wahl: Je höher die Kennzahlen sind, desto heller sei das Licht.
Lange Anlaufzeit
Auch die technische Eigenheit, dass Energiesparlampen erst nach einer Anlaufzeit ihre volle Helligkeit erreichen, sei kein Grund zur Klage mehr. "Bei guten Qualitätslampen ist das heute nach wenigen Sekunden erledigt", sagte Waldorf. Unbegründet sei auch die Befürchtung, dass von den Sparlampen gefährliche Strahlen ausgehen. Tatsächlich sei ihre Strahlung sehr gering.
Die verbreiteten Vorbehalte in der Bevölkerung gegenüber Energiesparlampen kann sich Waldorf nur dadurch erklären, dass viele Verbraucher nicht über die technischen Fortschritte und die neuen Modelle Bescheid wissen: "Viele haben in der Anfangszeit schlechte Erfahrungen gemacht und sich dabei ihr Urteil gebildet."
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Ratgeber
-
Arbeiten, studieren, Steuern sparen
Studiengang mindert Steuerlast
-
Erdbeerkonfitüre im Test
Die Beste steht im Kühlregal
-
Sicherheit ist Trumpf
Giro- und Kreditkarte schützen
-
Haftpflicht- und Lebenspolicen
Welche Versicherer sind gut?
-
Trotz vieler Pleiten
Deutsche werden immer reicher
-
Energetische Sanierung
Viele Bauherren enttäuscht
-
Auch Samsonite-Modell bedenklich
Wenn Koffer krank machen
-
Darauf müssen Eltern achten
Teure Versager im Kindersitztest
-
Teurer Schutz mit Tücken
Welche Policen unnötig sind
-
Auch mTAN kann unsicher sein
Tatanga räumt Konten ab
-
Mietrechtsreform für Energiewende
Vermieter mit mehr Rechten
-
Pornos kaufen am Tag des Herrn
Sexshop darf sonntags öffnen