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Dienstag, 10. Januar 2017

Hartgeld? Nein danke! : Erste Bank verweigert Münzannahme

Die Deutschen sind gerne flüssig. Sie lieben ihr Bargeld. Doch nicht nur Scheine sind begehrt, sondern auch Münzen. Insofern gibt es betrübliche Nachrichten, denn die erste Bank hierzulande verweigert sowohl die Annahme als auch die Ausgabe von Hartgeld.

Während die Banknoten der Euro-Staaten ausschließlich auf Euro lauten, sind es bei Münzen auch Cent. Die Euro-Münzen gibt es in acht Stückelungen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent sowie zu 1 und 2 Euro. Im Gegensatz zu den Banknoten ist das Aussehen der Münzen nicht in allen Ländern des Euro-Währungsgebiets gleich. Während eine Münzseite länderübergreifend einheitlich gestaltet ist, wird die andere Seite in jedem Land mit individuellen Motiven versehen. Das erfreut Sammler. Anderen beult das Hartgeld vor allem das Portemonnaie aus. Geldinstitute kostet die Lagerung von Münzen vor allem eins: Geld.

Insofern ist es nicht überraschend, dass die erste deutsche Bank - die Sparda-Bank Hannover - sowohl die Annahme als auch die Ausgabe von Hartgeld verweigert, wie eine Sprecherin des Unternehmens der "Bild-Zeitung" bestätigte. Demnach können Kunden in 23 der 25 Filialen seit Kurzem keine Münzen mehr abgeben und erhalten auch keine mehr. Begründen tut die Bank ihren Schritt damit, dass für die 220.000 Privatkunden Münzgeld "eine immer kleinere Rolle" spielte.

Die Finanzexpertin der Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen, Anabel Oelmann, vermutet aber, dass die Bargeld-Aufbewahrung der Bank schlicht zu teuer war.  Und fordert denn auch: "Geld ist Geld. Ob als Schein oder als Münze – es muss mein Recht als Verbraucher sein, es zur Bank bringen zu können". In der Regelung der Sparda-Bank sieht die Verbraucherschützerin denn auch fast einen Zwang für Kunden, ihr Münzgeld ausgeben zu müssen.

Andere Geldinstitute wählen weniger drastische Maßnahmen, sie verlangen stattdessen für die Münzannahme eine Gebühr. So beispielsweise die Sparkasse Köln/Bonn (3 Euro pro Einzahlung) oder die Volksbank Berlin, die mit 5,5 Prozent des eingezahlten Betrages zur Kasse bittet. 

Doch abgesehen von diesen Regelungen sieht die Finanzexpertin noch ein weiteres Problem und dies ist pädagogischer Natur, denn "den Umgang und die Wertschätzung für Geld lernen Kinder nicht mit 100-Euro-Scheinen, sondern mit kleinen Münzbeträgen."

Quelle: n-tv.de

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