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Die EuGH hat die Zulassung der Werbung untersagt.
Die EuGH hat die Zulassung der Werbung untersagt.(Foto: imago stock&people)
Donnerstag, 08. Juni 2017

Abfuhr für Dextro Energy: EuGH untersagt Zucker-Werbung

Traubenzucker liefert Energie - so wird es zumindest gern in der Werbung dargestellt. Ein Unternehmen will mit wissenschaftlich abgesegneten Gesundheitssätzen seine Traubenzucker-Täfelchen bewerben. Doch der der Europäische Gerichtshof hat etwas dagegen.

Der deutsche Hersteller Dextro Energy darf auch künftig nicht mit angeblichen gesundheitlichen Vorzügen von Traubenzucker werben. Der Europäische Gerichtshof wies eine Klage des Unternehmens ab. Dieses wollte sein Produkt mit Sätzen wie "Glucose unterstützt die normale körperliche Betätigung" und "Glucose trägt zu einem normalen Energiegewinnungs-Stoffwechsel bei"anpreisen. Die EU-Kommission hatte dies aber nicht zugelassen. Deshalb zog die Firma vor Gericht.

Dextro Energy berief sich unter anderem auf eine wissenschaftliche Expertise, die den Nutzen von Traubenzucker für körperliche Betätigung bestätigte. Die Aussagen an sich sind sogar wissenschaftlich verbrieft. Ansonsten hätten sie nach EU-Recht nicht einmal die Chance auf Zulassung gehabt. "Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben müssen sich auf allgemein akzeptierte wissenschaftliche Erkenntnisse stützen und durch diese abgesichert sein", heißt es in der entsprechenden Verordnung. Für Dextro Energys Glukose-Sätze gab die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine positive Rückmeldung.

Die Brüsseler Behörde lehnte die Dextro-Sätze mit der Begründung ab, dass die Aussagen für Verbraucher verwirrend und widersprüchlich sein könnten. Sie ermunterten zum Genuss von Glukose. Dabei empfehlen viele Experten, weniger Zucker zu essen.

Schon in der ersten Instanz hatte das EU-Gericht der Kommission recht gegeben. Die gesundheitsbezogenen Angaben, die nur die positiven Effekte für den Energiegewinnungs-Stoffwechsel herausstellen, ohne auch die mit dem Verzehr von mehr Zucker verbundenen Gefahren zu erwähnen, seien mehrdeutig und irreführend und könnten daher nicht zugelassen werden. So hieß es im Urteil.

Dextro Energy legte Rechtsmittel ein und warf der Kommission Ermessensfehler und falsche Gewichtung vor. Denn ein Hinweis auf nachgewiesene Wirkungen von Glukose bedeute nicht, dass man Zucker verzehren oder gar vermehrt verzehren solle, so die Begründung. Der EuGH ließ dies aber nicht gelten.

In einer europäischen Verordnung ("health claims") ist genau festgelegt, welche Art gesundheitsbezogener Angaben Unternehmen verwenden dürfen. Für die Zulassung dieser Werbesprüche ist die EU-Kommission zuständig. Glukose ist dort nicht aufgeführt.

Quelle: n-tv.de

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