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Altersvorsorge-Beratung: Falsches Bild vom Kunden

Bei der Altersovorsorge kann man eine ganze Menge verkehrt machen. Dass etwas schief gelaufen ist, merkt man allerdings erst ein paar Jahrzehnte später. Umso wichtiger ist es, sich gut beraten zu lassen. Marktforscher haben geprüft, wo das am besten geht.

Was heute unterschrieben wird, zeigt erst Jahrzehnte später Wirkung. Für Reklamationen ist es dann zu spät.
Was heute unterschrieben wird, zeigt erst Jahrzehnte später Wirkung. Für Reklamationen ist es dann zu spät.(Foto: Postbank)

Die Deutschen sind durchaus bereit, in ihre Altersvorsorge zu investieren. In einer Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) äußerten 25 Prozent der Befragten die Absicht, in den nächsten zwölf Monaten ihre Versorgungslücke zu schließen. Ob sie diese lobenswerten Vorsätze auch in die Tat umsetzen, wird sicher auch daran liegen, wie gut sie dabei professionell unterstützt werden.  

Bei welchen Banken sind Vorsorgesparer am besten aufgehoben, wer bietet die beste Beratung? Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat im Auftrag von n-tv insgesamt 15 Kreditinstitute im Bereich Altersvorsorge getestet. Dabei wurden neben den sechs größten überregional tätigen Filialbanken die jeweils drei größten Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie Sparda-Banken in Berlin, Hamburg und München analysiert. In 150 Vorsorgegesprächen prüften die Tester persönlich, wie genau es die Banken mit ihren Werbeversprechen nehmen.

Als Gesamtsieger ging die SEB aus der Studie hervor. Die Bank überzeugte mit der besten Bedarfsanalyse im Test und lieferte überragende Beratungsunterlagen. Die HypoVereinsbank erzielte den zweiten Gesamtrang und bot das beste Beratungsgespräch. Die Berliner Volksbank schaffte es mit einer ausgewogenen Gesamtleistung auf den dritten Platz und ist somit das beste Regionalinstitut.

Zu wenig Fragen gestellt

Auch wenn die Qualität der Altersvorsorgeberatung im Durchschnitt gut war, zeigte sich die größte Schwachstelle bei der lediglich ausreichenden Bedarfsanalyse. "Die persönliche und finanzielle Situation der Kunden wurde von den Beratern zu oberflächlich analysiert", stellt DISQ-Chef Markus Hamer fest. Genaue Kenntnisse seien aber eine notwendige Voraussetzung für eine individuelle und passgenaue Altersvorsorgeberatung.

Gesamtergebnis im Überblick
Gesamtergebnis im Überblick

Fast durch die Bank überzeugten die Mitarbeiter durch sehr gute Kommunikationsqualität, insbesondere die Freundlichkeit war vorbildlich. Das tröstet aber nicht über eine große Schwachstelle hinweg: Nicht immer gelingt es, die  komplexen Inhalte allgemeinverständlich zu erklären. Zu oft wurde Fachwissen vorausgesetzt, daran haperte es bei jedem vierten Beratungsgespräch.

Mangelhafte Protokolle

Manchmal hilft es auch, wenn man noch einmal nachlesen kann, was der Berater ausgerechnet hat. Ausführliche Beratungsunterlagen wären dann schön – nur leider sind sie nicht die Regel. Nur gut jedes fünfte Altersvorsorgeangebot enthielt eine ausführliche Beratungsdokumentation. "Dies ist aus Sicht des Kunden nicht akzeptabel. Es überrascht besonders, da seit Anfang des Jahres ein Beratungsprotokoll bei der Anlageberatung verpflichtend ist", unterstreicht Serviceexperte Hamer. Nur jeder vierte Altersvorsorgevorschlag wurde als individuell gestaltete Beratungsmappe überreicht, zu häufig erhielten die Testkunden lediglich lose Blattsammlungen.

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Quelle: n-tv.de

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