Ratgeber

Teil 4: Finanzen

Sozialversicherungen, Finanzen oder Telekommunikation - auch im neuen Jahr gibt es in vielen Bereichen neue Regeln und Sätze. Im vierten Teil unserer Serie lesen Sie, was sich im Bereich "Finanzen" ändert.

Ab 2013 werden stufenweise neue Banknoten eingeführt. Die alten Scheine behalten aber bis auf weiteres ihre Gültigkeit.
Ab 2013 werden stufenweise neue Banknoten eingeführt. Die alten Scheine behalten aber bis auf weiteres ihre Gültigkeit.(Foto: picture alliance / dpa)

Bundesschatzbriefe werden abgeschafft, die BaFin schaut Anlageberatern auf die Finger und  beim Wohn-Riestern gibt es diverse Vereinfachungen. Doch das sind nicht die einzigen Änderungen, die das neue Jahr im Bereich "Finanzen" bringt.  

Banknoten

Mehr als zehn Jahre nach Einführung des Euro werden die Banknoten nun überarbeitet. Den Anfang machen die neuen 5-Euro-Scheine, die ab Mai in Umlauf kommen. Die Einführung der übrigen Noten wird auf die nächsten Jahre verteilt. Auf den ersten Blick lassen sich die neuen Scheine kaum von den alten unterscheiden. Unterschiede gibt es bei den Sicherheitsmerkmalen. Um Fälschern das Leben schwerer zu machen, gibt es beispielsweise ein neues Hologrammband und ein neues Wasserzeichen. Der aufgedruckte Banknotenwert verändert seine Farbe, wenn man den Schein neigt.  

Bundesschatzbriefe

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In ihren letzten Auflagen brachten sie nur noch einen Hauch von Zinsen, nun werden sie gar nicht mehr aufgelegt: Bundesschatzbriefe. Auch Finanzierungsschätze und Tagesanleihen streicht die Bund esfinanzagentur 2013 aus ihrem Portfolio, weil dem Bund das Privatkundengeschäft zu teuer wird. Bundesanleihen und –obligationen wird es weiterhin geben, allerdings kann man sie nicht mehr gebührenfrei bei der Bundesfinanzagentur kaufen. Interessenten müssen sich an ihre Bank wenden.

Auch mit der kostenlosen Verwahrung der Wertpapiere ist ab 2013 Schluss. Die Bundesfinanzagentur kümmert sich zwar weiterhin um bestehende Konten, doch wenn die Papiere fällig werden, läuft der Bestandsschutz aus.

Offene Immobilienfonds

Früher galten offene Immobilienfonds als sichere Bank. Dann mussten diverse Fonds vorübergehend schließen, einige machten endgültig dicht. 2011 hat der Gesetzgeber reagiert und mit dem Anlegerschutzgesetz neue Regeln eingeführt, die zunächst aber nur für neu aufgelegte Fonds galten. Nun laufen die Übergangsfristen für bestehende Fonds aus. Für Anleger bedeutet das weniger Flexibilität: Um die langfristige Liquidität zu sichern, dürfen Neuanleger ihre Fondsanteile erst nach frühestens 24 Monaten verkaufen. Für Altkunden gilt diese Regelung nicht. Auch sie müssen aber eine beabsichtigte Rückgabe zwölf Monate im Voraus ankündigen. Beide Fristen gelten allerdings nur für Anteilsrückgaben von mehr als 30.000 Euro im Kalenderhalbjahr. Kleinanleger dürften also kaum betroffen sein.

Vorübergehende Fondsschließungen sind trotz der strengeren Regeln nicht ausgeschlossen. Allerdings darf ein Fonds nicht länger als 30 Monate und auch nicht öfter als zwei Mal in fünf Jahren dicht machen. Ansonsten droht die Zwangsabwicklung – auch wenn die Anleger dann Immobilien unter Wert verkaufen müssen.

Anlageberater

Schon seit dem 1. November sind Wertpapierdienstleistungsunternehmen – also Banken und Finanzdienstleister – per Gesetz dazu verpflichtet, in bestimmten Bereichen ausschließlich nachweislich "sachkundige und zuverlässige" Mitarbeiter einzusetzen. Maßgebend ist das bei der Anlageberatung, im Vertrieb und für Compliance-Beauftragte. Um die Qualifikation zu überwachen, registriert die BaFin die entsprechenden Mitarbeiter in einer Datenbank. Bei schwerwiegenden Verstößen droht ihnen ein Berufsverbot.

Bislang kann sich jeder, der sich berufen fühlt, als Anlageberater, Finanzvermittler oder Vermögensberater betätigen. Ein genau definiertes Berufsbild gibt es nicht und wird es auch weiterhin nicht geben. Ab dem kommenden Jahr müssen Berater aber immerhin einen Sachkundenachweis erbringen und zudem eine Versicherung abschließen, die bei Vermögensschäden haftet. 

Wohn-Riester

Die Riester-Förderung fürs Eigenheim erfreut sich großer Beliebtheit. Durch das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz soll Wohn-Riester jetzt noch attraktiver und unkomplizierter werden.

Flexible Kapitalentnahme: Wer mit seinem Riester-Vermögen ein Eigenheim finanzieren möchte, muss bislang den richtigen Zeitpunkt abpassen. Eine Auszahlung ist entweder direkt beim Bau oder Kauf möglich oder zu Beginn der Auszahlungsphase. Ab 2013 entfällt diese Einschränkung, das Riester-Guthaben kann jederzeit abgerufen werden. 

Besteuerung: Das entnommene Kapital wird auf einem Wohnförderkonto erfasst und mit zwei Prozent fiktiv verzinst. Der angelaufene Betrag wird dann in der Rentenphase besteuert. Nun wird der Zins auf ein Prozent gesenkt. Dadurch sinkt die Steuerlast im Alter.

Zu Beginn der Auszahlungsphase muss man entscheiden, ob man die Steuern für das Förderkonto auf einen Rutsch bezahlt (dann werden lediglich 70 Prozent des Kapitals besteuert), oder jährlich bis zum 85. Lebensjahr. Ab 2013 gibt es mehr Flexibilität. Dann kann man sich auch später noch für eine Einmal-Besteuerung des Restbetrags entscheiden.  

Umbau: Wohn-Riester gibt es nur für die Anschaffung einer Immobilie. Ab 2013 kann aber auch Geld für bestimmte Modernisierungsmaßnahmen im Eigenheim abgerufen werden. Unter bestimmten Bedingungen darf man Riester-gefördertes Kapital für den alters- oder behindertengerechten Umbau entnehmen.

Studienkredite

Die KfW vergibt Studienkredite zwischen 100 und 650 Euro im Monat. Bislang dürfen die Antragsteller allerdings nicht älter als 34 Jahre sein. Zum nächsten Sommersemester verschiebt sich die Altersgrenze auf 44 Jahre. Finanzierungen gibt es dann auch für Zweit- und Aufbaustudiengänge.

Eidesstattliche Versicherung

Kann ein Schuldner eine Forderung nicht bezahlen, kann der Gläubiger eine eidesstattliche Versicherung verlangen. Ab 1. Januar 2013 wird die eidesstattliche Versicherung von der "Vermögensauskunft" abgelöst. Der Name ändert sich, der Inhalt bleibt aber weitgehend der gleiche: Der Schuldner muss ein schriftliches Verzeichnis über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse anlegen und eidesstattlich versichern, dass der Inhalt richtig und vollständig ist.

Ein paar Neuerungen gibt es aber doch: Zum einen kann die Vermögensauskunft schon am Anfang der Zwangsvollstreckung erfolgen, nicht erst, nachdem der Gerichtsvollzieher in der Wohnung war. Und zum anderen gilt die Vermögensauskunft nur noch für zwei Jahre und muss danach gegebenenfalls neu beantragt werden. Neu ist auch, dass der Gerichtsvollzieher nun in jeder Phase des Verfahrens eine gütliche Einigung zur Ratenzahlung treffen kann. Wer rechtzeitig zahlt, kann auch noch die bisher automatische Eintragung ins gerichtliche Schuldenverzeichnis verhindern.

Bundesschatzbrief-Alternativen im Vergleich

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Quelle: n-tv.de

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