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Besser als nur Tagesgeld: Flexibles Festgeld überzeugt

Tagesgeld allein macht zinshungrige Sparer nicht glücklich. Festgeldkonten bieten zwar gute Rendite, aber keine Flexibilität. Es gibt eine Lösung: Kombi-Konten vereinen das Beste aus beiden Welten. Bei drei Jahren Laufzeit winken bis zu 3,8 Prozent Zinsen. Der Markt ist bislang aber überschaubar.

532874_R_K_by_Dr. Klaus-Uwe Gerhardt_pixelio.de (1).jpgDeutsche Staatsanleihen waren bei institutionellen Anlegern in den letzten Wochen gefragt wie nie. Für ein bisschen Sicherheit nehmen Investoren auch Mini-Renditen in Kauf. Auf Risikominimierung setzen auch die privaten Sparer, die ihr Geld vorzugsweise auf den niedrig verzinsten Tages- und Festgeldkonten der Sparkassen und Volksbanken parken. Mit einer Inflationsrate von rund 2,6 Prozent können diese Angebote aber nicht mal ansatzweise mithalten, die Anleger machen also reale Verluste. Wer über den Tellerrand guckt, findet durchaus Alternativen: Mindestens 15 Banken verzinsen Tagesgeldeinlagen derzeit mit 2,5 Prozent oder mehr, knapp die Hälfte davon bietet zudem die erweiterte deutsche Einlagensicherung.

Nun ist der durchschnittliche Anleger ziemlich träge. Ein Kontowechsel kommt für die meisten erst bei deutlich höheren Zinsen in Frage. Auch die gibt es – allerdings nicht beim Tagesgeld, sondern bei den Festgeldkonten. Der aktuelle Vergleich der FMH-Finanzberatung weist für dreijähriges Festgeld Spitzenwerte über vier Prozent auf. Allerdings sagt es schon der Name: Das Geld ist während des vereinbarten Zeitraums nicht verfügbar, womit die Option für viele Tagesgeld-Sparer schon wieder indiskutabel ist.  Doch hier gibt es seit Kompromisslösungen: Nach der NIBC direct hat nun auch die VTB Direktbank ein Festgeldkonto mit Tagesgeldanteil aufgelegt. Für Anleger, denen Festgeld bislang zu unflexibel war, könnten die Kombikonten eine lukrative Alternative sein.

3,8 Prozent sind drin

Das Grundprinzip ist einfach: Beide Banken bieten einen attraktiven Festgeldzins für das komplette Guthaben, räumen den Sparern aber die Option ein, jederzeit über einen Teil des Anlagebetrages zu verfügen. Beim "VTB Direktbank Duo" macht der Tagesgeld-Anteil 20 Prozent aus. Wer 10.000 Euro anlegt, kann also jederzeit bis zu 2000 Euro abheben. Verzinst wird alles zu Festgeldkonditionen zwischen 2,9 Prozent für 12 Monate und 3,8 Prozent für 36 Monate. Akzeptiert werden Einlagen ab 500 Euro, wer mehr als 10 Millionen Euro parken will, muss Rücksprache mit der Bank halten.

Bei der NIBC direct sind die Zinsen nicht ganz so gut, dafür ist das "Kombigeld" noch flexibler: Zwischen zwei und zehn Jahre lang kann das Konto laufen, bei drei Jahren zahlt die niederländische Bank 3,25 Prozent Zinsen. 5000 Euro müssen mindestens eingezahlt werden. Die Hälfte davon ist jederzeit verfügbar – und wird ebenfalls wie Festgeld verzinst. "Interessant dürften diese Angebote für all jene sein, die zum einen ordentliche Zinsen wollen, zum anderen aber nicht sicher sind, ob sie auf Dauer auf das Geld verzichten können, fasst FMH-Chef Max Herbst zusammen.

Die ersten ihrer Art

Das VTB Duo und das NIBC direct Kombigeld sind die ersten Anlageprodukte dieser Art. Doch dabei muss es nicht bleiben: Sehr wahrscheinlich würden auch andere Banken bald Festgeldangebote mit den Vorteilen von Tagesgeld kombinieren, vermutet Herbst. "Schließlich ist die Kombination aus Zinssicherheit und teilweiser Verfügbarkeit nicht die schlechteste Möglichkeit, um in Zeiten großer Unsicherheit auf dem Kapitalmarkt Geld anzulegen."

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt aber auch bei den Festgeldangeboten: Beide Banken haben ihren Sitz im Ausland, die VTB in Österreich, die NIBC in den Niederlanden. Die zusätzliche Einlagensicherung der deutschen  Banken greift hier also nicht. Bis zu 100.000 Euro sind aber durch die jeweiligen Staaten garantiert.

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Quelle: n-tv.de

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