Freitag, 09. Oktober 2009
Nervige Handgepäck-Regeln: Fliegen bleibt umständlich
Das strenge Verbot von Flüssigkeiten im Handgepäck von Fluggästen wird voraussichtlich bis April 2012 verlängert. An kleineren Flughäfen soll es nach Vorstellungen der EU-Kommission sogar weitere zwei Jahre gelten. Eigentlich hätte die Vorschrift im April 2010 auslaufen sollen. Dies sei aber wohl doch nicht möglich, hieß es aus Diplomatenkreisen in Brüssel. Denn bei der Einführung im Jahr 2006 habe noch die Einschätzung vorgeherrscht, dass moderne Kontrolltechniken bis dahin die Unterscheidung von Flüssigsprengstoff von Getränken oder Cremes ermöglichten. Dies sei wider Erwarten nicht der Fall.
Stufenplan bis 2014
Bye bye, Lieblingsduft! Spätestens an der Sicherheitskontrolle müssen sich Passagiere von ihren Pflegeartikeln verabschieden.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die Europäische Kommission schlägt deshalb einen Stufenplan zur Abschaffung vor, über den die europäischen Verkehrsminister nun beraten. Nach dem Willen der Kommission könnten ab April 2010 zunächst Transitpassagiere von den Regeln zum Teil ausgenommen werden. Zwei Jahre später sollen dann alle Flughäfen mit mehr als zehn Millionen Passagieren im Jahr mit den notwendigen Geräten ausgerüstet sein, um Flüssigkeiten zu scannen. Standard auf allen EU-Flughäfen würden die Geräte aber erst ab 2014. Dann wären die Flüssigkeits-Vorschriften gegenstandslos.
Die europäischen Verkehrsminister müssen dem Vorhaben zustimmen. Es zeichnet sich bereits grünes Licht ab: Die Gefahr von Terroranschlägen durch Flüssigsprengstoff sei weiterhin "real", sagten EU-Diplomaten.
Die EU hatte die Mitnahme von Flüssigkeiten nach den vereitelten Terroranschlägen von London im Jahr 2006 massiv eingeschränkt. So dürfen in der Regel maximal 100 Milliliter pro Packung oder Gefäß mitgeführt werden, zudem darf die Gesamtmenge einen Liter nicht überschreiten und muss in einem durchsichtigen und wieder verschließbaren Beutel verstaut sein.
AFP, dpa
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