Ratgeber

Die Gebühren nicht vergessen : Fonds kosten viel Geld

Die Schuldenkrise in Europa scheint kein Ende zu nehmen. Dennoch: Aktienfonds bleiben eine gute Wahl. Denn auf lange Sicht bieten sie Anlegern gute Renditechancen. Allerdings dürfen die Kosten nicht vergessen werden.

Bei der Suche nach dem richtigen Fonds kommt es nicht nur auf die Rendite an. Auch die Kosten spielen eine wichtige Rolle. Denn sie können am Ende auch den Ertrag drücken.
Bei der Suche nach dem richtigen Fonds kommt es nicht nur auf die Rendite an. Auch die Kosten spielen eine wichtige Rolle. Denn sie können am Ende auch den Ertrag drücken.

Bei Fonds haben Anleger die Qual der Wahl. Denn die Angebotspalette reicht von Aktien- und Immobilien- über Renten- bis hin zu Mischfonds. Der Vorteil von Fonds: Verbraucher müssen nicht einzelne Papiere aussuchen, sondern investieren automatisch in ein breites Portfolio. Der Nachteil: Für die Verwaltung des Fondsvermögens fallen Gebühren an. Das sollten sie bei der Berechnung der Rendite immer mit einbeziehen.

Das erste Mal werden Anleger beim Kauf zur Kasse gebeten. Denn neben dem Preis für die Anteile wird in der Regel ein Ausgabeaufschlag fällig. "Damit wird der Vermittler bezahlt, der den Fonds an den Mann bringt", erklärt Rainer Zuppe von der Zeitschrift "Finanztest" der Stiftung Warentest in Berlin. Bei einem Aktienfonds betrage der Aufschlag in der Regel etwa fünf Prozent des Kaufpreises, wenn der Anleger seine Anteile über eine Bank mit einem Filialnetz erstehe. Günstiger werde es, wenn er direkt an der Börse handelt oder über eine Direktbank geht, also eine nur im Internet vertretene Institution.

Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam nennt sogar Ausgabenaufschläge bis zu 6,5 Prozent des Kaufpreises. Es gebe aber auch kostengünstigere oder sogar -freie Angebote. Bei der Direktbank seien die Preise niedrig. Allerdings müssten Kunden wissen: "Service gibt es keinen", gibt der Verbraucherschützer zu bedenken. Wer sein Geld so investiere, sollte wissen, wie das Geschäft mit Fonds funktioniere.

Es gibt zwei Varianten, wie das Agio, wie der Ausgabeaufschlag auch genannt wird, abgezogen werden kann, erklärt Heinrich Bockholt, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes der Finanzplaner in Oldenburg. Der Aufschlag könne dem Käufer zusätzlich zum Kauf berechnet oder vom Bruttopreis abgezogen werden. Werde den Investoren nur der Bruttopreis genannt, dann müssten sie fragen, wie viel tatsächlich in den Fonds eingezahlt wird, rät Bockholt, der bis vor wenigen Jahren auch Professor an der Fachhochschule Koblenz war.

Passive Indexfonds preiswerter

Ist der Fonds im Depot, fallen jährlich Verwaltungsgebühren an. Zuppe und Bockholt rechnen hier mit ein bis zwei Prozent der Rendite. Schaarschmidt nennt eine Spanne von 0,5 bis vier Prozent. "Es gibt einen Stichtag, an dem jährlich abgerechnet wird", sagt der Verbraucherschützer. Um diese Kosten komme der Anleger nicht herum. "Man kann es nur so günstig wie möglich halten."

Passive Indexfonds seien preiswerter als aktiv gemanagte Fonds. Denn hinter letzteren stehe ein Mitarbeiter, der über die Zusammensetzung des Fonds regelmäßig neu entscheidet. Ein Indexfonds, der beispielsweise den Wert des Dax abbilde, werde mehr oder weniger automatisch verändert, ohne dass Mitarbeiter einer Fondsgesellschaft selbst Entscheidungen über die Anteile treffe.

Ausgabeaufschlag und Verwaltungsgebühren seien aber relativ transparent, sagt Zuppe. "Sie stehen im Verkaufsprospekt des Fonds drin." Undurchsichtiger seien erfolgsabhängige Abgaben aktiv gemanagter Fonds. Der Verwalter gebe beispielsweise das Ziel aus, wie der Wert eines Fonds sich im Vergleich zu einem bestimmten Index entwickeln solle. Falle die Rendite höher aus, als er vorher festgelegt habe, dürfe er einen gewissen Prozentsatz behalten. Das müsse nicht unbedingt zum Nachteil des Kunden sein. Fragwürdig werde die Verabredung allerdings, wenn der Manager oder die Gesellschaft sämtliche Gewinne einstreiche, die oberhalb des selbstgesteckten Ziels lägen.

Der Käufer solle sich die Total Expense Ratio (TER), die Gesamtkostenquote, eines Fonds nennen lassen, rät Bockholt. Darin enthalten seien die Verwaltungsgebühren, allerdings nicht mögliche Transaktionskosten. Diese könnten bei aktiv gemanagten Fonds entstehen, wenn ein Verwalter Wertpapiere an- oder verkaufe. Eine sogenannte performance fee, also eine von Fondgesellschaften erhobene Erfolgsgebühr für den Vermittler, sei mit Vorsicht zu betrachten. Sie könne die Rendite unnötig schmälern und sei nicht in der TER enthalten. Insgesamt gilt: "Die Rendite nach Kosten vor Steuern, die sollte jeder Käufer kennen", sagt Bockholt.

Quelle: n-tv.de

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