Mittwoch, 03. Juni 2009
Karriereleiter: Frauen klettern schneller
Dass Frauen weniger verdienen als Männer in den gleichen Positionen, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Offenbar nehmen Frauen die Stufen der Karriereleiter aber auch schneller. Das legt jedenfalls eine Studie des Karrieredienstes Experteer nahe, für die Daten von über 900.000 Mitgliedern anonym ausgewertet wurden. Frauen sind demnach über alle Karrierelevel durchschnittlich zwei Jahre jünger als Männer.
Nicht im Bild: Die Kollegin, die an allen vorbeigezogen ist.
(Foto: Ernst Rose, pixelio.de)
Ein Grund dürfte im Zivildienst oder in der Bundeswehr-Ausbildung der Männer liegen. Doch auch abzüglich dieser Zeit haben Frauen immer noch ein Jahr Vorsprung gegenüber den Männern, wenn man den Altersunterschied über alle untersuchten Karrierelevel hinweg analysiert. Mit wachsendem Karrierelevel steigt der Altersunterschied zwischen den Geschlechtern offenbar: Beträgt der Unterschied bei Berufseinsteigern noch ein Jahr, liegt er bei Geschäftsführern im Mittelstand bereits bei drei Jahren, meldet Experteer.
Gerade in den Bereichen Verkehr und Tourismus sowie im Logistik-Sektor seien große Altersunterschiede festzustellen, heißt es weiter. Die Differenz in der Position Bereichsleiter beziehungsweise Senior Manager betrage dort mehr als drei Jahre. In der Herstellungs- und Konsumgüter-Branche seien Bereichsleiterinnen sogar über fünf Jahre jünger als Männer in derselben Position.
Weniger Geld
Der zeitliche Vorsprung gegenüber den Männern nützt den Frauen allerdings beim Gehalt wenig: Erhalten beide Geschlechter zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn noch annähernd den gleichen Lohn, steigen die Männergehälter proportional stärker an als das Einkommen der Frauen. Mit steigendem Karrierelevel wird die Spanne größer. Erhalten Berufseinsteigerinnen 1.500 Euro weniger Jahresgehalt als männliche Berufseinsteiger, müssen Geschäftsführerinnen im Mittelstand sogar auf 17.400 Euro Einkommen jährlich verzichten. Generell liege der "Pay Gap" zwischen den Geschlechtern über alle Karrierelevel bei Experteer-Mitgliedern bei zwölf Prozent, so die Analyse.
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