Ratgeber

Elektronische Lohnsteuerkarte: Freibeträge neu eintragen lassen

Die Vorarbeiten für die elektronische Lohnsteuerkarte verlaufen holprig. Eigentlich hätte das System zum Jahreswechsel anlaufen sollen. Nun wurde sein Start auf das zweite Quartal 2012 verschoben, weil die Technik nicht so funktioniert, wie sie sollte. Doch das ist nicht das einzige Problem.

Die Umstellung von der alten Papierkarte auf das elektronische System verläuft holprig.
Die Umstellung von der alten Papierkarte auf das elektronische System verläuft holprig.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte verläuft nicht ohne Probleme. Die Technik spielt noch nicht richtig mit, außerdem stehen die Daten vieler Steuerzahler falsch in der Datenbank. Betroffene sollten die Korrekturen bei den Finanzbehörden melden, wenn sie für 2012 keine überhöhte Lohnsteuer zahlen wollen.

Elektronische Datenbank: Die Lohnsteuerkarte aus Papier hat ausgedient. Was bisher auf der Vorderseite des Pappzettels stand, soll ab Frühjahr 2012 in einer zentralen Datenbank namens ELStAM erfasst sein. ELStaM steht für "Elektronische Lohnsteuer-Abzugs-Merkmale". Auf diese Datenbank kann der Arbeitgeber zurückgreifen, um den Lohnsteuerabzug seiner Mitarbeiter zu ermitteln. Dort steht geschrieben, in welcher Steuerklasse der Arbeitnehmer ist, wie viele Kinder er hat, welche Freibeträge er beantragt hat und welcher Religionsgemeinschaft er angehört. Einem neuen Arbeitgeber müssen Beschäftigte künftig ihr Geburtsdatum und die steuerliche Identifikationsnummer mitteilen, damit dieser auf die Datenbank zurückgreifen kann.

Fehlerhafte Infoblätter: Noch bis Ende des Monats verschicken die Finanzämter Briefe an alle rund 40 Millionen Arbeitnehmer, um sie darüber zu informieren, welche Lohnsteuermerkmale in der Datenbank vermerkt wurden. Diese Angaben bilden die Grundlage für den Lohnsteuerabzug 2012. Doch das Übertragen der Daten verlief nicht immer fehlerfrei, warnen Lohnsteuerhilfevereine. Beispielsweise seien bei Ehepaaren, die bisher die Steuerklassen III und V hatten, in vielen Fällen bei beiden die Steuerklasse IV gespeichert, warnt der Lohnsteuerhilfe-Verband NVL. Das könne zu hohen Abzügen führen. "Die Arbeitnehmer sollten sich das Schreiben genau ansehen und die Lohnsteuermerkmale prüfen oder prüfen lassen", rät der Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL), Erich Nöll.

Korrekturen melden: Wer fehlerhafte Angaben in seinem Schreiben entdeckt, sollte diese beim Finanzamt melden. "Es reicht beim Finanzamt anzurufen, ein Fax oder einen Brief zu schicken", sagt NVL-Sprecherin Martina Bruse. Arbeitnehmer sollten am besten bis zum Jahresende die Korrekturen bei der Finanzbehörde angeben.

Änderungen dem Finanzamt weitergeben: Für Änderungen in der Datenbank, etwa ein Wechsel der Steuerklasse oder das Eintragen von Kinderfreibeträgen, sind ausschließlich die Finanzämter zuständig. Wer dort Änderungen vornehmen lasse, sollte aber nicht vergessen, auch seinen Arbeitgeber zu informieren, rät Bruse, damit sich dieser die aktualisierten Angaben aus der Datenbank holen könne.

Freibeträge wider beantragen: Für 2012 müssen Arbeitnehmer ihre Freibeträge wieder neu beim Finanzamt eintragen lassen. Darunter fallen die Aufwendungen für Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Zu den Werbungskosten zählen alle beruflich bedingen Ausgaben von Arbeitsmitteln bis Kinderbetreuung. Sie werden berücksichtigt, wenn sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1000 Euro übersteigen. Sonderausgaben sind etwa Kirchensteuer, Unterhaltszahlungen oder Spenden. Die Anträge sollten bis Ende November erfolgen, um die Freibeträge ab Januar geltend zu machen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen