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Bis zu fast acht Euro Gebühren können pro Transaktion fällig werden
Bis zu fast acht Euro Gebühren können pro Transaktion fällig werden(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 14. November 2016

Kostenlos abheben wird schwieriger: Fremdgehen ist unverschämt teuer

Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Insofern erfreuen sich Geldautomaten großer Beliebtheit. Doch eine derartige Bargeldversorgung kann ins Geld gehen - vor allem wenn der Betreiber nicht im eigenen Geldautomaten-Verbund ist, wie "Finanztest" zeigt.

An frisches Geld zu kommen, ist meist kein Problem. Einfach Karte in den Automaten stecken und schon spuckt dieser die gewünschten Scheine aus. Allerdings nehmen die für die Geldversorgung unter anderem verantwortlichen Bankfilialen kontinuierlich ab. Dagegen nimmt die Zahl der Geldautomaten zu. Allerdings nicht die der Hausbank. Sondern von spezialisierten Anbietern. Und hier kann das Geldabheben teuer werden, wie "Finanztest" bei der Untersuchung von 34 großen Automatenbetreibern herausgefunden hat.

Nicht, dass nicht auch von Experten für die nähre Zukunft erwartet wird, dass auch das eigene Geldinstitut zukünftig Gebühren für die Bargeldversorgung verlangen wird. Sowohl am Schalter als auch am hauseigenen Automaten. Bei den fremden Automaten, wird jetzt schon zugelangt - und zwar ordentlich. Laut der Tester sind nicht selten bis zu acht Euro fällig - pro Abhebeung. Besonders tückisch: die Höhe der "Fremdgehgebühr" wird dem Nutzer erst unmittelbar bevor er den Auftrag bestätigt, angezeigt. Also erst dann, wenn bereits die Karte eingesteckt, der Pin und der Betrag eingetippt sind. Meist siegt in solchen Momenten die Bequemlichkeit und die hohe Gebühr wird akzeptiert. Die Betreiber von Fremdautomaten wie das Bank­haus August Lenz, Euronet, Cardpoint und IC Cash Services gehören keinem der großen Geldautomaten-Verbünde an und kaum jemand unterhält hier ein eigenes Konto.

Nun ist es nicht so, dass nur solche Automaten für Intransparenz und Kosten sorgen. Auch Sparkassen und etablierte Banken erheben für die Fremdnutzung mit der Girocard deftige Gebühren und auch sie zeigen das dann fällige direkte Kundenentgelt auch erst auf den letzten Metern der Transaktion an. Dass es auch anders geht, beweisen die Geld­automaten von Commerz­bank, Deutsche Bank, ING-Diba, Post­bank, Targo­bank und Volks­wagen Bank. Hier wird das Entgelt vor Eingabe der Pin angezeigt.

Aber dennoch: Bis zu fast acht Euro Gebühren wie bei den "Exoten-Automaten" sind es bei den großen Instituten dann doch nicht. Eine gesetzliche Höchstgrenze, wie von Verbraucherschützern gefordert, gibt es nicht.  Im Schnitt belaufen sich die Kosten mit einer fremden Girokard Geld zu ziehen nach Angaben von "Finanztest" bei vielen große Banken und Sparkassen auf 3,50 bis 4,95 Euro. Was auch nicht gerade preiswert ist.

Zugute kommt allen Anbietern, dass die Deutschen ein Volk von Bargeldnutzern ist. Da bleibt Verbrauchern eigentlich nur, ihren Bargeldbedarf besser zu planen und so teure Fremdautomaten zu umgehen, direkt mit der Girokarte zu zahlen oder aber, wenn möglich, mit der Kreditkarte kostenlos Geld abzuheben. Wer gerade in der Kneipe ist und noch Durst hat, aber knapp bei Kasse ist, kann auch versuchen, den Wirt zu erweichen, anschreiben zu lassen.   

So klappt der Kontowechsel

Quelle: n-tv.de

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