Dienstag, 27. Oktober 2009
Reise mit 14=10 ergattert: Frühbucher schlagen jetzt zu
Alexander Klement
Fernreisen zu Schäppchenpreisen gibt es nur für flexible Reisende. Wer auf Schulferien angewiesen ist, zahlt hingegen immer mehr.
(Foto: picture-alliance / dpa)
10 Prozent - geschenkt, 20 Prozent - es wird interessant, 50 Prozent - wir kommen ins Geschäft: Die Deutschen stehen auf Rabatte. Wir bekommen erst ein gutes Gefühl, wenn wir bei vermeintlichen Schnäppchenangeboten zuschlagen können. Das wissen auch die Reiseveranstalter. Doch in Sachen Reisen wollen wir nicht nur Rabatte, sondern auch Planungssicherheit. Deshalb gibt es Frühbucherrabatte.
Das ist nicht nur gut für die Reisenden, sondern für alle Beteiligten – Reiseveranstalter, Fluglinien und Hotels. Für Frühbucher ist der 31. Oktober ein wichtiger Stichtag. Bis zu diesem Tag werden die meisten Frühbucherrabatte gewährt. Wer später bucht, zahlt drauf.
Die Sparformeln
Jeder, der schon mal einen Reisekatalog durchgeblättert hat, kennt die Sparformeln: 7=6, 14=12, 21=18, Kinderfestpreis, Getränke zum Abendessen inklusive und vieles mehr. Schnäppchen sind in jedem Fall zu machen, denn nach den langen Krisenmonaten melden viele deutsche Reiseveranstalter sinkende Urlaubspreise für die kommende Wintersaison. Hoteliers versuchen ihre Überkapazitäten loszuwerden, Fluglinien können Kerosin günstiger einkaufen und verringern die Kerosinzuschläge. Das drückt die Preise – allerdings nicht für alle.
Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes kennen die Reisepreise zu Ferienzeiten nur eine Richtung: nach oben. Der Preisaufschlag betrug in den vergangenen Jahren fast zehn Prozent. Wer also über Weihnachten und Silvester oder zu Ostern verreisen will, muss tief in die Tasche greifen. Das kann selbst für nicht schulpflichtige Kinder gelten. Im vergangenen Jahr hatte der Reiseveranstalter Öger Tours, der sich auf den türkischen Raum spezialisiert hat, noch Kinderfestpreise in Höhe von 98 Euro im Programm. Für die Wintersaison hat sich der günstigste Kinderfestpreis mit 249 Euro mehr als verdoppelt.
Familien haben das Nachsehen
Zwar können auch Familien in Ferienzeiten von Frühbucherrabatten profitieren. Die Einsparmöglichkeit beträgt hier aber nur fünf bis zehn Prozent. Wesentlich mehr kann man rausholen, wenn man verschiedene Rabatte wie Sparzimmer oder Seniorenrabatt mit dem Frühbucherrabatt kombinieren kann und zeitlich flexibel ist.
Außerdem gehen die Reiseveranstalter mittlerweile dazu über, auch auf Verpflegung wie Halbpension (HP) oder All Inclusive (AI) Rabatte zu gewähren. Selbst bei den üblichen und teuren Aufschlägen für Weihnachtsbüffet oder Silvestergala sind Angebote zu finden. Gleiches gilt auch für Flugkosten. Bislang gab es Rabatte überwiegend nur bei den Ferienfliegern Air Berlin und Condor. Mittlerweile sind sie auch bei Linienfliegern wie Lufthansa, Emirates und Continental anzutreffen.
Fazit: Wer das Glück hat, flexibel zu sein und es schafft, die unterschiedlichsten Rabatte zu kombinieren, kann sich auf das Urlaubsschnäppchen freuen. Familien – gerade mit schulpflichtigen Kindern – sind hingegen die Verlierer. Mit etwas Glück schaffen sie es mit Frühbucherrabatten, die Preissteigerungen der letzten Jahre zu kompensieren. Wahre Schnäppchen sind hier nicht zu holen.
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