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Dienstag, 27. September 2016

Kluft zwischen Bedarf und Regelsatz: Hartz IV: Zu wenig Geld für Strom

Hartz-IV-Bezieher sollen von 2017 an mehr Geld bekommen. Der Regelsatz für Alleinstehende steigt dann um wenige Euro. Dumm nur, dass schon jetzt die Stromkosten den dafür vorgesehenen Betrag übersteigen. Und die Preise für Energie klettern weiter.

Die Hartz-IV-Regelsätze werden zum kommenden Jahr erhöht. Für Alleinstehende bedeutet dies eine Erhöhung um 5 auf 409 Euro im Monat. Für Paare wird die Leistung um 4 auf 368 Euro pro Person erhöht. Für Strom sieht der Gesetzgeber einen monatlichen Betrag von 34,50 Euro vor. Zu wenig, wie Berechnungen des unabhängigen Verbraucherportals Verivox zeigen.

Quelle: Verivox
Quelle: Verivox

Gemäß dem Verbraucherpreisindex des Portals zahlt ein Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1500 Kilowattstunden (kWh) aktuell im Durchschnitt 472 Euro pro Jahr für Strom. Das entspricht einer monatlichen Belastung von 39,33 Euro. Damit übersteigt der Bedarf den künftigen Regelsatz schon jetzt um 14 Prozent. In der Grundversorgung belaufen sich die Stromkosten eines Einpersonenhaushalts derzeit auf 515 Euro pro Jahr oder 42,91 Euro pro Monat. Das sind 24 Prozent mehr als im Regelsatz vorgesehen.

Dabei ist die Kluft zwischen Bedarf und Regelsatz regional unterschiedlich. So zahlt ein Einpersonenhaushalt in Brandenburg für die Grundversorgung durchschnittlich 553 Euro und damit knapp 34 Prozent mehr als der Regelsatz. Dahinter folgen Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils 31 Prozent). Am geringsten ist die Differenz in Bremen (15 Prozent), Niedersachsen (21 Prozent) und Bayern (23 Prozent).

Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 wurde der Regelsatz schrittweise um rund 19 Prozent angehoben (von 345 auf 409 Euro). Die Strompreise haben sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 46 Prozent verteuert, in der Grundversorgung sogar um 62 Prozent. Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass Stromkunden sich im kommenden Jahr auf eine höhere Stromrechnung einstellen müssen. Der Stromnetzbetreiber Tennet erhöht massiv seine Preise und begründet dies mit den Folgekosten der Energiewende. Dies schlägt sich am Ende auch auf die Stromrechnung durch.

Grundsätzlich könnten Hartz-IV-Empfänger mit einem Anbieterwechsel ihre Kosten senken. Doch viele Stromanbieter prüfen vor Vertragsabschluss die Bonität der Kunden und behalten sich vor, die Belieferung abzulehnen. Damit bliebe den ärmsten Verbrauchern ein zentraler Weg zu sinkenden Stromkosten versperrt. Sie müssen in der Grundversorgung verharren und zahlen dort die höchsten Strompreise.

Quelle: n-tv.de

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