Rendite von LebensversicherungenHier kommt am meisten raus
Lebensversicherungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren: Lag die durchschnittliche Beitragsrendite nach 30 Jahren Laufzeit 2001 noch bei 6,21 Prozent, so sind es heute nur noch 5,01 Prozent. Doch es gibt Anbieter, die immer noch deutlich darüber liegen.
Das letzte Jahr lief gut für die Lebensversicherer in Deutschland, die Zahl der Neuverträge ist deutlich gestiegen. Dabei lohnt sich die Sache für die Kunden immer weniger: Mit den Beitragsrenditen geht es seit gut einem Jahrzehnt nur noch bergab und auch in diesem Jahr wird der Trend nicht gestoppt. Das zeigt die neueste Lebensversicherungsstudie des Branchendienstes Map-Report, über die das Versicherungsjournal berichtet.
Ein männlicher Kunde, der vor 30 Jahren einen Vertrag geschlossen und seitdem jeweils 1200 Euro am Anfang des Jahres eingezahlt hat, kommt demnach am 31.Dezember 2012 im Schnitt auf eine Beitragsrendite von 5,01 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 5,15 Prozent. Zum Vergleich: 2002 lag die Rendite noch bei 6,14 Prozent. Dass der Unterschied nicht so gering ist wie er auf den ersten Blick scheint, zeigen die Gesamtzahlen. Bekam der Musterkunde bei einem Laufzeitende 2002 noch 103.211 Euro heraus, so sind es nach dem aktuellen Wert nur noch 83.864 Euro.
Bei kürzeren Laufzeiten sieht es nicht besser aus: Ein Vertrag, der nach 20 Jahren ausgezahlt wird, bringt statt der 4,44 Prozent vom letzten Jahr nur noch 4,27 Prozent. Nach zwölf Jahren kommen aktuell nur noch 3,12 Prozent heraus, 2011 waren es noch 3,24 Prozent. Damit liegt die Beitragsrendite schon unterhalb des damals gültigen Garantiezinses von 3,25 Prozent. Der Unterschied erklärt sich dadurch, dass der Garantiezins nur auf den Anteil der Beiträge gezahlt wird, der tatsächlich gespart wird. Die Beitragsrendite bezieht sich dagegen auf die gesamte Prämie, also auch den Teil, der für Verwaltungs- und Betriebskosten sowie Todesfallschutz verwendet wird.
Die Spitzenreiter der Branche
Vor diesem Hintergrund sind die Beitragsrenditen, die von den Spitzenreitern der Branche gezahlt werden, gar nicht so übel: Genau 6,00 Prozent bringt der Mustervertrag bei der Debeka, die als einzige nach 30 Jahren eine sechsstellige Ablaufleistung auszahlt. Auch bei den kürzeren Laufzeiten liefert die Debeka die besten Renditen. Mit Werten zwischen 5,95 und 5,67 Prozent stehen auch die HUK-Coburg, die Neue Leben, die Europa, die Cosmos und die DEVK gut da. Marktführer Allianz belegt zwar nur den elften Platz, liegt mit einer Rendite von 5,32 Prozent aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt.
Sechs Anbieter kommen auch nach 20 Jahren noch über fünf Prozent Rendite. Hinter der Debeka platzieren sich die üblichen Verdächtigen: HUK-Coburg, Cosmos, Neue Leben und außerdem die WGV-Leben. Bei den Zwölfjahresverträgen kommt zudem die Asstel gut weg.
Kunden haben Recht auf Reserven
Wer mit der Ablaufleistung seiner Lebensversicherung unzufrieden ist, sollte die Endabrechnung nochmal genau unter die Lupe nehmen. Nach einer Erhebung Zeitschrift "Finanztest" unterschlagen viele Versicherer nämlich einen Posten: Die stillen Reserven. Seit 2008 müssen Versicherungen ihre Kunden zu 50 Prozent an den Bewertungsreserven beteiligen. Sie entstehen, wenn der Marktwert der Kapitalanlagen der Versicherer, etwa Immobilien oder Wertpapiere, zum Zeitpunkt der Vertragsauszahlung über dem Anschaffungspreis liegt.
Ob es Bewertungsreserven gibt und wenn ja, in welcher Höhe, müssen die Versicherungen am Ende der Vertragslaufzeit mitteilen. Die "Finanztest"-Befragung ergab, dass das nicht überall selbstverständlich ist. Wer keine Informationen dazu findet, sollte bei der Versicherung nachbohren, denn dass es Nachschlag gibt, scheint dem Bericht zufolge nicht unwahrscheinlich. Allzu lange sollten sich die ehemaligen Kunden aber nicht Zeit lassen, denn drei Jahre nach Vertragsende verfallen die Ansprüche.