Ratgeber

Zehn geldwerte Tipps: Jetzt noch schnell Steuern sparen

Ein Gastbeitrag von Michael Bormann

Steuerzahler sollten sich beeilen. Völlig legal lässt sich bei der Steuererklärung für 2015 noch ordentlich Geld sparen. Doch die Uhr tickt - es ist nicht mehr lange hin bis Silvester. Schnell noch die Belege sichten.

Mit etwas Initiative lässt sich viel Geld sparen.
Mit etwas Initiative lässt sich viel Geld sparen.(Foto: imago/McPHOTO)

Die Abgabenquote, also Steuern und Abgaben, liegt in Deutschland mittlerweile bei mehr als 39 Prozent und damit so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Grund genug, dem Fiskus noch bis zum Jahresende ein Schnippchen zu schlagen. Zehn Empfehlungen:

1. Werbungskosten

Fachliteratur, Arbeitskleidung oder auch ein Laptop, die überwiegend (über 90 Prozent) beruflich genutzt werden, sind steuerlich absetzbar. Dabei gilt für Arbeitnehmer ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Jahr. Den berücksichtigt das Finanzamt automatisch. Überschreiten die Werbungskosten insgesamt die Grenze von 1000 Euro, mindern sie die Steuerlast zusätzlich. Es kann also durchaus Sinn haben, zum Beispiel den Kauf des neuen Tablets noch in dieses Jahr vorzuziehen, um die 1000-Euro-Marke zu knacken. Dabei ist die sogenannte GWG-Grenze von 410 Euro netto zu beachten. Ab dieser Höhe muss der Kaufpreis auf drei Jahre verteilt werden. Auch die Kosten für eine Weiterbildung im kommenden Jahr können für 2015 als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn die Rechnung noch in diesem Jahr beglichen wird.

2. Handwerkerkosten

Bei den Kosten für Handwerker können 20 Prozent von der Steuer abgezogen werden. Das gilt bis zu einer Obergrenze von 1200 Euro. Wenn der Rahmen noch nicht ausgeschöpft ist, sollte man den Maler vielleicht noch dieses Jahr bestellen, damit 2016 die bis zu 1200 Euro mögliche Steuerersparnis wieder vollständig zur Verfügung steht.

3. Haushaltsnahe Dienstleistungen

Die Ausgaben für Gärtner, Pfleger oder Haushaltshilfen können ebenfalls mit 20 Prozent direkt von der Steuerschuld abgezogen werden. Es gilt allerdings eine Obergrenze von 4000 Euro pro Jahr. Auch die Betreuung von Hund oder Katze im Haus des Steuerpflichtigen gehört zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Dasselbe gilt für die Schneeräumung vorm Haus durch einen Dienstleister. Dies gilt selbst für das Fegen der Straße. Vorausgesetzt, das wurde bislang üblicherweise von Familienmitgliedern gemacht.

4. Spenden

Dr. Michael Bormann, Steuerexperte und Gründungspartner der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner (bdp-team.de)
Dr. Michael Bormann, Steuerexperte und Gründungspartner der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner (bdp-team.de)

Die Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen kann in der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Achtung: Unbedingt auf die Quittung achten. Nur bei Spenden für Flüchtlinge und Spenden von weniger als 200 Euro reicht ein Kontobeleg.

5. Kindergeld

Der Antrag auf Kindergeld kann bis zum 31. Dezember gestellt werden. Das geht auch vier Jahre lang rückwirkend. Ab dem kommenden Jahr muss bei dem Antrag die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes mit angegeben werden.

6. Kinderbetreuung

Die Kosten für die Betreuung von Kindern bis zu einem Alter von 14 Jahren gelten als Sonderausgaben. Sie können zu zwei Dritteln von der Steuerschuld abgezogen werden. Die Obergrenze pro Kind liegt bei 4000 Euro im Jahr. Das Geld darf nicht in bar gezahlt, sondern muss per Bankkonto überwiesen werden.

7. Schulgeld

Steuerzahler, denen Kindergeld zusteht, können 30 Prozent vom Schulgeld als Sonderausgaben geltend machen. Hier liegt die Obergrenze bei 5000 Euro pro Jahr.

8. Eherettung

Vertragen sich getrennte Ehegatten oder Paare wieder, die zuvor getrennt waren, können sie das Ehegattensplitting in Anspruch nehmen. Das gilt auch dann für das gesamte Jahr, wenn die Versöhnung erst im Dezember stattfindet und nur wenige Wochen hält.

9. Heirat

Das Ehegattensplitting steht auch den Paaren für das Gesamtjahr zu, die im Dezember noch rasch standesamtlich heiraten oder sich ihre Lebenspartnerschaft eintragen lassen.

10. Doppelter Haushalt

Die Kosten für eine beruflich bedingte Zeitwohnung können zu bis zu 1000 Euro pro Monat vom zu versteuernden Einkommen abgesetzt werden, soweit der Arbeitgeber nichts dazuzahlt. Hierzu gehören auch die Ausgaben für die Einrichtung. Ist die Obergrenze noch nicht erreicht, lohnt es sich vielleicht noch einmal, schnell zum Möbelhaus zu fahren.

Quelle: n-tv.de

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