Ratgeber

Börsen im Abwärtstrend: Kein Grund zur Panik?

Der Ölmarkt ist angespannt, der Euro steigt, in Asien brechen die Kurse ein - darauf reagiert auch der Dax sensibel. Anfang der Woche sank er unter die 9000er Marke - erstmals seit Oktober 2014. Anleger fragen sich verunsichert, ob sie ihre Aktien verkaufen sollen.

Der deutsche Aktienindex Dax steht an der Frankfurter Börse im Zentrum der Aufmerksamkeit: Für Privatanleger sollte er aber nicht das entscheidene Kaufkriterium sein.
Der deutsche Aktienindex Dax steht an der Frankfurter Börse im Zentrum der Aufmerksamkeit: Für Privatanleger sollte er aber nicht das entscheidene Kaufkriterium sein.(Foto: dpa-tmn)

Würden Sie in dieses Unternehmen wieder investieren? Das ist die entscheidende Frage, die sich Aktienanleger derzeit stellen sollten, statt verunsichert zu reagieren. Der Dax sank am Montag unter die 9000er Marke - erstmals seit Oktober 2014. Ausgerechnet jetzt, wo die Aktionärszahl in Deutschland wieder die Neun-Millionen-Marke geknackt hat – den höchsten Stand seit 2012. Doch die aktuellen Turbulenzen nähren allerdings Zweifel, dass die Deutschen ein Volk der Aktionäre werden - auch wenn Börsianer gute Argumente für diese Form der Geldanlage anführen.

Dennoch gilt: Kein Grund zur Panik. "Achten Sie bei der Kaufentscheidungen nicht so stark auf den Dax oder einzelne Kursentwicklungen", rät Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Wichtiger sei, dass Anleger überprüfen: Warum habe ich diese Aktie ursprünglich gekauft? Treffen die sachlichen Grundannahmen von damals immer noch zu? Wenn ja, und wenn das Unternehmen erfolgreich ist, sollten Anleger ihre Aktien behalten. Ansonsten sollten sie - unabhängig von der Kursentwicklung - ihre Entscheidung überdenken.

Es gibt viele Gründe dafür, warum die Märkte derzeit nervös sind: Konjunktursorgen, die angespannte Lage am Ölmarkt, die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank sowie die Marktentwicklung in China und Japan. Das alles sind Makro-Themen, die sich auf den Dax auswirken, erklärt Tüngler. So wichtig der Dax als Börsenbarometer auch ist - Privatanleger sollten auf andere Kriterien setzen.

Als alternativer Orientierungswert kann laut Tüngler der Gewinn je Aktie dienen - ablesbar ist er anhand der Kennzahl EPS, englisch für "earnings per share". Anleger finden die Angaben in den Geschäftsbriefen oder auf den Unternehmensseiten. Der Wert wird regelmäßig - mindestens einmal im Quartal - aktualisiert. Doch Vorsicht: Der Wert ist eine absolute Zahl - eignet sich also nicht zum Vergleich zweier Unternehmen. Er dient vielmehr dazu, die Entwicklung eines Unternehmens im Laufe der Zeit zu bewerten.

Tüngler ist davon überzeugt: Wer in Aktien investiert - also einen Teil eines Unternehmens kauft - sollte sich auch dafür interessieren. Dabei lohnt es sich, ins Details zu gehen: "Bald veröffentlichen viele Unternehmen ihre Geschäftszahlen aus dem Vorjahr", sagt Tüngler. Das seien spannende Daten für Anleger. Denn sie zeigen, wo die Firma steht. Also etwa ob das Unternehmen - sein Umsatz - wächst, ob es Gewinn macht und wie sich einzelne Geschäftsfelder entwickelt haben.

Anlegern rät Tüngler: Bei Aktien sollten Anleger langfristig denken - der Dax sei im Laufe der vergangenen Jahrzehnte durchschnittlich um 8 Prozent gestiegen. Wer von der Entwicklung der deutschen Wirtschaft überzeugt ist, den sollten kurzfristige Schwankungen also nicht verunsichern.

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Quelle: n-tv.de

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