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Verletzungsabsicht beim Fußballl: Kein Versichungsschutz bei Foul

"Ich brech' dir die Beine" - diese Maßnahme hat ein Fußballer kurz vor einem groben Foul seinem Gegenspieler angekündigt. Gesagt, getan. Ein Wadenbeinbruch, ein ausgekugeltes Sprunggelenk und mehrere Bänderrisse sind die Folge. Die Versicherung weigert sich für Schmerzensgeld und Schadenersatz aufzukommen.

Wer vorsätzlich und widerrechtlich handelt, darf nicht damit rechnen, dass die Versicherung für Schäden aufkommt.
Wer vorsätzlich und widerrechtlich handelt, darf nicht damit rechnen, dass die Versicherung für Schäden aufkommt.(Foto: picture alliance / dpa)

Wer seinen Gegenspieler bei einem Fußballspiel vorsätzlich verletzt, kann nicht damit rechnen, dass seine Privathaftpflichtversicherung für die entstandenen Schmerzen, das Schmerzensgeld und die Schadenersatzansprüche des Verletzen aufkommt. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe entschieden.

Bei einem Landesligaspiel verletzte der Kläger den Geschädigten schwer am rechten Bein, dieser erlitt einen Wadenbeinbruch, ein ausgekugeltes Sprunggelenk und mehrere Bänderrisse.

Im verhandelten Fall verlangte ein Amateurfußballspieler von seiner Privathaftpflichtversicherung die Übernahme von Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüchen eines bei einem Foul verletzten Gegenspielers. Als die Versicherung sich weigerte, klagte der Fußballer.

20 bis 30 Meter Anlauf

Nach den Feststellungen des Landgerichts, das den Schiedsrichter und mehrere Spieler als Zeugen vernommen und den Kläger angehört hatte, war der Kläger aus etwa 20 bis 30 Meter Entfernung mit langem Anlauf und hohem Tempo auf seinen Gegner zugelaufen und mit zumindest einem gestreckten Bein voraus seitlich von hinten in ihn hineingesprungen. Der Geschädgte hatte den Ball kurz vor dem Aufprall schon weitergespielt. Der Schiedsrichter erkannte auf grobes Foul im Sinne der Regel Nummer 12 (Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen) und zeigte ihm die Rote Karte. Kurz vor dem Angriff hatte der Kläger seinem späteren Opfer noch gedroht, ihm bei der nächsten Aktion die Beine zu brechen.

Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Die Berufung zum Oberlandesgericht blieb ohne Erfolg. Das Gericht argumentierte, der Kläger habe keinen Deckungsanspruch, weil er die Verletzung des Gegenspielers vorsätzlich und widerrechtlich herbeigeführt habe und deshalb der gesetzliche Risikoausschluss nach Paragraf 103 Versicherungsvertragsgesetz eingreife. Der Kläger habe ein grobes Foulspiel im Sinne der Spielregeln des DFB begangen, sein Verhalten liege nicht mehr im Grenzbereich zwischen der im Fußball noch gerechtfertigten Härte und der auch bei sportlichen Kampfspielen unzulässigen Unfairness. Sein sorgfaltswidriges Verhalten und die Verletzungen seien deshalb weder durch Einwilligung des Gefoulten noch unter dem Gesichtspunkt des Handelns auf eigene Gefahr gerechtfertigt, urteilte das Gericht.

Den Vorsatz des Klägers habe das Landgericht zutreffend aufgrund mehrerer Indizien und für das Gericht bindend festgestellt. Der Kläger habe eine Verletzung und deren Umfang zumindest als möglich vorausgesehen und billigend in Kauf genommen. Bei einem derart gefährlichen Einsteigen rechne der eingreifende Spieler stets mit einer ernsthaften Verletzung des Gegners und dürfe nicht darauf vertrauen, dass alles gutgehen werde.

Drohung lässt auf Vorsatz schließen

Für sich allein rechtfertige der gravierende Regelverstoß jedoch nur den Vorwurf der einfachen oder groben Fahrlässigkeit und auch die Gefahr erheblicher Verletzungen lasse noch nicht auf den erforderlichen Verletzungsvorsatz, allenfalls auf einen rechtlich unerheblichen Gefährdungsvorsatz schließen, so die Richter. Es gehe hier nicht um einen gezielten Schlag oder eine ähnliche Tätlichkeit, die sich schon nach ihrem äußeren Bild auf eine Körperverletzung richte, sondern um eine "Grätsche", die im Fußball üblich und durchaus erlaubt sei, solange sie dem Ball und nicht dem Gegner gelte.

Entscheidend für die Annahme des Verletzungsvorsatzes sei vielmehr die weitere Feststellung des Landgerichts, dass der Kläger vor dem Foulspiel gedroht habe, dem Geschädigten bei der nächsten Aktion die Beine zu brechen. Diese Drohung lasse in der Zusammenschau mit den besonderen Umständen im äußeren Hergang des Foulspiels auf einen entsprechenden Vorsatz schließen. Die Revision ist nicht zugelassen worden.

Privathaftpflichtversicherung für faire Fußballer

Quelle: n-tv.de

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