Ratgeber
Freitag, 24. Juni 2016

Geldanlage ohne Briten : Keine Panik nach dem Brexit

Die Briten wollen nicht mehr und kehren der Europäischen Union den Rücken zu. Mit zunächst turbulenten Folgen an den Börsen. Für Verbraucher und Geldanleger gilt aber: Don't panic!

Großbritannien ist raus - alles andere bleibt abzwarten.
Großbritannien ist raus - alles andere bleibt abzwarten.(Foto: imago/Ralph Peters)

Als hätten es Geldanleger in der langanhaltenden Niedrigzinsphase nicht schon schwer genug, ihr Geld rentabel und sicher anzulegen, erschüttert nun der beschlossene EU-Austritt Großbritanniens die Börsen und verunsichert die Verbraucher zusätzlich.

Da die Entscheidung der Briten ein Novum ist, kann niemand eine seriöse Prognose darüber abgeben, welche Konsequenzen sich daraus politisch und wirtschaftlich für Europa ergeben. Erwartet wird, dass die Auswirkungen für Großbritannien negativer sein werden als für deutsche Verbraucher.

Oberstes Gebot für die Geldanlage ist nach Expertenmeinung: Ruhe bewahren. Auch wenn die kommenden Tage an den Börsen weitere Kursschwankungen mit sich bringen, sollten Anleger keine Panikverkäufe tätigen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rechnet langfristig mit nur geringen Auswirkungen für Anleger. Sprich: Die Märkte werden sich wieder beruhigen. Für Mutige bieten die nächsten Tage eventuell auch günstige Kaufgelegenheiten. Allerdings rät der DSW auch dazu, bei Unternehmen, die ihren Geschäftsschwerpunkt in Großbritannien haben, durchaus etwas kritischer hinsehen. 

Ungeachtet dessen sind Aktien für Kleinanleger ohnehin nur als Langfristinvestment zu empfehlen. Meist lohnt es sich bei Geldanlagen, auf Ausdauer zu setzen, statt kurzfristig zu handeln. Letzteres kostet auch nur neuerliche Gebühren, wie die Verbraucherzentrale Bund (vzbv.de) mahnt. Auch Investitionen in vermeintlich sichere Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin sollten nach wie vor nur als Beimischung dienen.

Laut den Verbraucherschützern sind unmittelbare Auswirkungen für Verbraucher vor allem in folgenden Bereichen zu erwarten:

  • Urlaub in Großbritannien wird günstiger, wenn das Pfund gegenüber dem Euro im Wert fällt.
  • Britische Waren können günstiger importiert werden.
  • Geldanlagen und Darlehen, die in Pfund getätigt wurden, können nun kurzfristig sehr stark schwanken. Die langfristige Wirkung kann heute nicht vorhergesagt werden. Wer Geld in Pfund angelegt hat und das Geld nicht kurzfristig benötigt, kann die Entwicklung daher abwarten. Denn bei einem vorzeitigen Verkauf würde man wegen des fallenden Kurses des britischen Pfunds aktuell Verluste machen. Denn auch bei Währungen gilt das Prinzip von Angebot und Nachfrage.
  • Wer ein Darlehen in Pfund aufgenommen hat, kann nun Gewinn machen. Denn die zu zahlenden Raten sind aufgrund des gestiegenen Euro preiswerter geworden. Solche Darlehen in fremder Währung gelten aber ohnehin als mit einem sehr hohen Risiko verbunden: Schon relativ geringe Änderungen im Wechselkurs haben große Auswirkungen auf die Rendite einer Geldanlage beziehungsweise die Kosten eines Darlehens.
  • Wer sein Geld bei britischen Banken angelegt hat, muss sich über die Sicherheit zunächst keine Sorgen machen. Der Brexit ändert zunächst nichts an der Einlagensicherung. Zumindest solange nicht, bis keine anderweitigen Regelungen getroffen wurden.  Bis auf Weiteres sind auf diesem Wege 75.000 Pfund pro Kunde abgesichert. Zudem sind einige britische Banken auch Mitglieder im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes, welcher ein freiwillige Sicherungseinrichtung darstellt, der im Falle einer Pleite noch höhere Beträge absichert.

Grundsätzlich sollten Anleger ihr Vermögen auf verschiedene Anlageklassen je nach persönlicher Risikoneigung aufteilen. An dieser Regel ändert auch ein Brexit nichts.

Quelle: n-tv.de

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