Ratgeber
Mittwoch, 15. Juni 2016

Schwierige Geldanlage: Keine Zinsen - was nun?

Bei 0,00 Prozent Zinsen hat das Sparen keinen Sinn? Und wenn doch, welche Investitionen lohnen sich und wie sicher sind diese? Die Stiftung Warentest kennt die Antworten.

Entscheidend ist die Differnz zwischen Zins und Inflation.
Entscheidend ist die Differnz zwischen Zins und Inflation.(Foto: imago/McPHOTO)

Die Europäische Zentralbank möchte die Konjunktur ankurbeln. Doch ihre Nullzinspolitik hat gravierende Folgen für Sparer. Die Stiftung Warentest beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Hat das Sparen überhaupt noch Sinn?

Ja, auch wenn die Zinsen für Tagesgeld & Co. deutlich gesunken sind. Mit guten Angeboten können Sparer immer noch ein Plus machen. Denn die Inflation ist noch niedriger. Das Geld unter das Kopfkissen zu legen, ist deshalb keine gute Idee. Denn hier gibt es gar keine Zinsen, sondern nur Inflationsverlust. Entscheidend ist die Differenz zwischen Zinsen und Inflation. Und auch wenn sich 6 Prozent Zinsen gut anhören - bei einer Inflation von 5 Prozent bleibt auch nur 1 Prozent Rendite.

Wer mit seiner Geldanlage inklusive Zinsen aber eine bestimmte Summe erreichen möchte, dem bleibt nichts anderes übrig, als seine Sparquote zu erhöhen. 

Gibt es die Negativzinsen auch für private Bankkunden?

Bisher nicht. Und auch wenn die Geldinstitute negative Zinsen für Sparer so lange wie möglich vermeiden werden, steigen die Gebühren für Bankkonten. Spätestens dann wird es Zeit für einen Kontowechsel

Lohnen sich offene Immobilienfonds?

Als Beimischung können sie Sinn ergeben. Allerdings nicht als Tagesgeldersatz. Zum einen kommen Sparer nicht umgehend an ihr Geld, wenn dieses benötigt wird - für Neuanleger gilt eine Haltefrist von 2 Jahren. Zum anderen handelt es sich um ein Investment in nur eine Branche, was wiederum Risiken bürgt. Im Moment nehmen zudem einige Fonds wegen der großen Nachfrage keine Kundengelder mehr an.

Was passiert mit der Altersvorsorge?

Die Riester-Rente kann sich wegen der Zulagen und Steuervorteilen nach wie vor lohnen. Genau wie die betriebliche Altersvorsorge, wenn der Arbeitgeber etwas dazugibt. Auch bei der Rürup-Rente lockt eine Steuererleichterung. Von der klassischen Lebensversicherung raten die Tester hingegen ab - zumindest für Neuabschlüsse. Alte Verträge bleiben jedoch wegen deutlich höherer Garantiezinsen attraktiv.

Grundsätzlich hat die Finanzaufsichtsbehörde Bafin bekräftigt, dass die Kapitalausstattung für Versicherungsprodukte kurz- bis mittelfristig als stabil zu bewerten ist.

Lohnt der Immobilienkauf?

Dank extrem niedriger Zinsen und guter konjunktureller Lage boomt der Immobilienmarkt. Deutlich steigende Preise sind zumindest in einigen Regionen die Folge, was eine günstige Finanzierung wieder wettmacht. Käufer sollten vor allem auf eine solide Finanzierung, mit hoher Tilgung und einer mindestens 20-prozentigen Eigenkapitalquote achten.

Tagesgeld im Vergleich

Festgeld im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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