Ratgeber

Dickes Fell?: Kunstpelz oft mit echtem Tier

Fell als Kragen und Bommel ist in Mode, entsprechende Kleidung ist Massenware. Millionen Tiere müssen dafür sterben. Doch selbst wer aus Rücksicht auf die geschundenen Kreaturen auf Kunstpelz setzt, bekommt oft echtes Fell verkauft, wie Warentest aufdeckt.

Rund 87 Millionen Felle hat die Pelzindustrie weltweit 2014 veräußert.
Rund 87 Millionen Felle hat die Pelzindustrie weltweit 2014 veräußert.(Foto: imago/Westend61)

Wer Pelz als Mode-Accessoire mag und dennoch nicht möchte, dass dafür ein Lebewesen sein Fell lassen muss, kauft Kleidung mit Kunstfell. Doch leider schützt dies nicht davor, anschließend dennoch mit echtem Tierfell durch die Gegend zu laufen, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt. Dazu gingen die Tester in Berlin auf Einkaufstour und erwarben gezielt Kunstfellprodukte vom Preis zwischen 6 und 90 Euro. Bei den anschließenden Laboruntersuchungen zeigte sich allerdings, dass es sich zumeist um echten Tierbesatz handelte.  

Denn in der Bekleidungsbranche wird bei der Deklaration gemogelt. Der einfache Grund: Echter Pelz ist oft günstiger als unechter. Zumindest von einigen Tieren. So zum Beispiel vom Marderhund. Dieser wird in China massenhaft in Farmen gehalten - oft unter erbärmlichen Bedingungen. Dies und die Globalisierung führen dazu, dass das Fell des Tieres oft billiger oder zumindest genauso teuer ist wie das künstliche Pendant. Da Verbraucher hierzulande die Pelztierzucht und entsprechende Produkte aber oft ablehnen, kommt es zum Etikettenschwindel.

Laut Tierschützern kann auch Nachlässigkeit seitens der Hersteller ein Grund für die Mogelei sein. Wer wenig Wert auf die Rückverfolgung der Produkte legt und wenn darüber hinaus schon während der Pelzgewinnung keine korrekte Kennzeichnung vorgenommen wird, kann als unkritischer Hersteller und Händler leicht getäuscht werden.

Bußgeld bei Verstößen nicht vorgesehen

Bestehen Teile der Kleidung aus echtem Pelz, muss dies eigentlich angegeben werden. Laut Gesetz darf die Etikettierung zwar nicht irreführend sein, eine Bußgeldzahlung ist bei Verstößen aber nicht vorgesehen.   

Auch wenn angegeben wird, dass das Kleidungsstück echtes Tierfell enthält, wird oft getäuscht. Denn wer möchte schon einen chinesischen Marderhund am Hals tragen, wo doch Waschbär so viel kuscheliger klingt? Eine Pflicht zur Angabe der verwendeten Tiersorte gibt es in Deutschland aber ohnehin nicht.    

Doch egal, ob Marderhund, Nerz oder Waschbär ihr Leben für eine Luxus- oder Billigmarke lassen, artgerecht wird in der Pelzbranche kein Tier gehalten.

Quelle: n-tv.de

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