Ratgeber

Nicht mehr edel, aber gut: Lachs muss nicht teuer sein

Wer nicht selber angeln will, findet im Kühlregal gute Alternativen.
Wer nicht selber angeln will, findet im Kühlregal gute Alternativen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Früher galt er als Delikatesse, mittlerweile findet man Lachs in jedem Discounter-Kühlregal. 1,7 Kilogramm des einstigen Edelfisches verzehrt jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr, in den bevorstehenden Feiertagen hat Lachs wieder Hochsaison. Kann man für unter drei Euro für eine Packung überhaupt gute Qualität erwarten? Das wollte das Magazin Öko-Test wissen und hat 16 Räucherlachs-Angebote  zwischen  2,79 Euro und 11,58 Euro unter die Lupe genommen.
 

Ein paar Bakterien


 Mehrere Labore untersuchten die Fische und das Gesamtergebnis ist erfreulich: Bis auf eine Ausnahme sind alle Produkte "gut" oder "sehr gut". Anlass zur Kritik gibt es aber dennoch, denn in einigen Produkten fand sich Unappetitliches. Das größte Problem sind die Keime. Am häufigsten entdeckten die Prüfer Enterobakterien, die auf Schwachstellen in der Hygiene hinweisen. Wirklich riskant sind die Keime nicht, allerdings können sie bei empfindlichen Personen Krankheiten wie Brechdurchfall auslösen.

Gefährlicher sind für Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem Listerien, die grippeähnliche Symptome erzeugen und sogar einen tödlichen Verlauf nehmen können. In sechs Proben tauchten die Bakterien auf - zum Glück nur in sehr geringen Mengen. Öko-Test Chefredakteur Jürgen Stellpflug empfiehlt generell, beim Kauf auf die Temperaturanzeige am Kühlregal achten: "Zeigt sie mehr als sieben Grad Celsius an, wurde der Lachs zu warm gelagert. Von diesem Fisch sollte man dann die Finger lassen."


Keine Horror-Lachsfarmen


In den 90er Jahren war Zuchtlachs wegen des massiven Antibiotikaeinsatzes in Verruf geraten. Mittlerweile haben die norwegischen Lachsfarmen das Problem aber im Griff, inzwischen wird vorbeugend geimpft. Zudem werden die Farmen streng vom Staat kontrolliert – zumindest innerhalb Europas. Von Lachs aus chilenischen Aquakulturen lässt man dagegen besser die Finger. Und auch wenn es guten Lachs schon für wenig Geld gibt: Wer Wert auf eine umweltschonende Aufzucht beziehungsweise nachhaltige Fischerei legt,  gibt lieber ein paar Euro mehr aus und greift zu Produkten mit Bio- oder MSC-Siegel.

 

 

Quelle: n-tv.de

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