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Kein Happy End bei Bauer sucht Frau: Landwirt erhält bei Frauensuche Geld zurück

Die Anzeige von "Daniela" lässt das Herz eines einsamen Bayern höher schlagen. Die 30-Jährige sucht offenbar genau ihn, einen "treuen Landwirt". Doch kaum ist der Vertrag mit der Partnervermittlung in trockenen Tüchern, ist von Daniela keine Rede mehr.

Dass viele Partnervermittlungen mit Lockvogelangeboten arbeiten, ist kein Geheimnis.
Dass viele Partnervermittlungen mit Lockvogelangeboten arbeiten, ist kein Geheimnis.

"Bauer sucht Frau" – dass das kein leichtes Unterfangen ist, weiß man nicht erst seit dem gleichnamigen RTL-Format. Jetzt hat ein Landwirt aus Bayern erfolgreich eine Partnervermittung verklagt, von der er sich über den Tisch gezogen fühlte. Das Unternehmen aus Augsburg muss jetzt knapp 1200 Euro zurückzahlen (Az.: 71 C 2892/15).

Der Kläger war in der Zeitung auf eine Annonce gestoßen, die sofort sein Interesse weckte: "Daniela, 30 Jahre, Kindergärtnerin vom Land" suchte dort einen "treuen Landwirt". Um die junge Frau, die angeblich aus Landau an der Isar stammte, kennenzulernen, überwies der Mann knapp 1200 Euro an die Partnervermittlung. Diese erstellte ein Profil des Neukunden und schlug ihm drei potenzielle Partnerinnen vor. Nur: Daniela aus der Anzeige war nicht dabei.

Der Landwirt verlangte daraufhin sein Geld zurück. Am Telefon habe man ihm noch nähere Angaben zu Daniela gemacht, danach sei von ihr keine Rede mehr gewesen. Ihm sei es aber nunmal darauf angekommen, genau die Dame aus dem Inserat zu treffen, nicht irgendwelche anderen Frauen. Das Institut hielt dagegen: Es gebe keine Garantie für eine erfolgreiche Partnervermittlung, das sei dem Kläger auch gesagt worden. Die im Vertrag vereinbarten Leistungen habe man erbracht.

Das Gericht hatte ein Einsehen mit dem Landwirt, nicht zuletzt dank der Zeugenaussage seiner Mutter. Die hatte die Telefongespräche zwischen ihrem Sohn und der Agentur nämlich mitgehört und dabei sei stets ausschließlich von besagter Kindergärtnerin die Rede gewesen. Für das Gericht stand somit fest, dass der Landwirt sich ausschließlich wegen dieser einen Frau auf den Vertrag eingelassen hatte. Die Partnervermittlung habe dagegen bewusst ein falsches Inserat veröffentlicht. Deshalb muss sie das Geld nun trotz des Vertrags zurückzahlen.

Bereits 2008 hat der Bundesgerichtshof ein Grundsatzurteil zu solchen Lockvogelangeboten gefällt (Az.: III ZR 239/06). Partnervermittlungen, die Anzeigen mit "nicht vermittlungsbereiten" Personen aufgeben, handeln demnach zwar nicht sittenwidrig. Die Kunden könnten solche Verträge aber wegen arglistiger Täuschung anfechten.

Quelle: n-tv.de

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