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Inzwischen gibt es auch gemischte Logen und solche, bei denen Frauen unter sich bleiben.
Inzwischen gibt es auch gemischte Logen und solche, bei denen Frauen unter sich bleiben.(Foto: imago/Schöning)
Mittwoch, 02. August 2017

Freimaurer ohne Frauen: Loge ist nicht gemeinnützig

Viele Freimaurerlogen lassen Frauen nicht als Mitglieder zu. Das müssen sie auch nicht. Allerdings können sie dann auch nicht auf steuerliche Vorteile hoffen, stellt der Bundesfinanzhof klar.

Freimaurerlogen dienen in erster Linie der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Mitglieder. Viele haben sich aber auch die Wohltätigkeit auf die Fahnen geschrieben und unterstützen Bedürftige. Steuerliche Vorteile lassen sich daraus aber nicht unbedingt ableiten. Eine Freimaurerloge, die Frauen von der Mitgliedschaft ausschließt, ist nicht gemeinnützig, hat der Bundesfinanzhof (BFH) nun entschieden. Deshalb kommt für sie keine Befreiung von der Körperschaftssteuer infrage. Eine mögliche Voraussetzung für die Gemeinnützigkeit ist die Förderung der Allgemeinheit. Und die konnte der BFH hier nicht erkennen. (Az.V R 52/15).

Die Loge, um die es vor Gericht ging, ist laut ihrer Satzung eine "auf vaterländischer und christlicher Grundlage beruhende Vereinigung wahrheitsliebender, ehrenhafter Männer zur Pflege der Freimaurerei". Zu dieser Pflege gehört beispielsweise "allgemeine Menschenliebe", aber auch die "Hebung der Sittlichkeit und Erhöhung der Würde und des Wohles der Menschheit durch vorbildlichen, einwandfreien Lebenswandel". Doch Frauen können nur indirekt von diesen hehren Anliegen profitieren. Zwar können sie an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen, von den Ritualen der "Tempelarbeit" bleiben sie aber ausgeschlossen. Mitglieder der Loge können nämlich nur Männer über 21 Jahre werden, die zu einer christlichen Religionsgemeinschaft gehören und sich innerlich zur Lehre Jesu Christi bekennen. Das war nicht nur dem Finanzgericht Düsseldorf in der Vorinstanz zu exklusiv, sondern auch dem Bundesfinanzhof.

Im Fokus der Loge stehe die Förderung ihrer Mitglieder. Das öffentliche Engagement sei allenfalls ein Nebenzweck, so das Gericht. Durch den Ausschluss von Frauen gebe die Loge zu erkennen, dass sie diesen Teil der Allgemeinheit nicht fördern wolle. Selbst Frauen, die die für Männer geltenden Aufnahmekriterien erfüllen, könnten nicht Mitglied werden – und das liege alleine an ihrem Geschlecht und habe keine sachlichen Gründe.

Einen Vergleich mit katholischen Ordensgemeinschaften ließ der Bundesfinanzhof nicht gelten. Diese schließen zwar ebenfalls Männer oder Frauen von der Mitgliedschaft aus. Allerdings werden sie nicht deshalb als gemeinnützig anerkannt, weil sie der Förderung der Allgemeinheit dienen würden. Sondern weil sich mildtätigen und kirchlichen Zwecken verschrieben haben. Die Entscheidung könnte sich demnach auch auf Vereine auswirken, die wie etwa Schützenbruderschaften, "Männer oder Frauen ohne sachlichen Grund von der Mitgliedschaft ausschließen".

Quelle: n-tv.de

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